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Hauke Harders, Gründer und Geschäftsführer von Boden & Bauschutt auf der NordBau 2023: "Recycling mineralischer Abfälle ist DER wichtigste Prozess"

Hauke Harders, Gründer und Geschäftsführer von Boden & Bauschutt auf der NordBau 2023
Boden & Bauschutt Europa
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Hauke Harders, Gründer und Geschäftsführer von Boden & Bauschutt auf der NordBau 2023

Bildquelle: LECTURA Press, Aleksandra Jastrzab

LECTURA ist derzeit auf der Messe NordBau 2023 und berichtet über Neuigkeiten aus der Welt der Baumaschinen. Hören Sie unseren Live-Bericht von der Start up Stage 2023, dieses Mal mit Hauke Harders, Gründer und Geschäftsführer von Boden & Bauschutt über die Messe, Branchentrends und das Unternehmen selbst.

 
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[00:00:22]

AJ: Herr Harders, was halten Sie als ein Start-up Unternehmen von Messen? Treffen Sie Ihre Kunden lieber persönlich oder virtuell?

HH: Mann ist natürlich so ein bisschen hin- und hergerissen, weil auf der einen Seite sind wir natürlich ein digitales Unternehmen, arbeiten selbst mit unseren ganzen Kollegen komplett remote. Wir haben zwar zwei Anlaufpunkte, was Büros angeht, wo wir uns auch treffen, aber an sich sind wir komplett remote aufgestellt. Deswegen ist unser Ansatz schon viel virtuell zu machen, aber in der Bau- und Entsorgungsbranche ist es natürlich so, dass der persönliche Kontakt noch immer extrem wichtig ist. Somit fahren wir auch gerne mal zum Kunden oder der Kunde kommt zu uns, um dann unsere Lösung auch vorzustellen.

[00:01:02]

AJ: Wie wichtig ist der Prozess des Recyclings mineralischer Abfälle?

HH: Es ist der wichtigste Prozess. Mineralische Abfälle stellen den größten Abfall Stoffstrom in Deutschland dar, mit über 220 Millionen Tonnen und haben somit den größten Einfluss auf das Klima. Allein die Logistik, die dahintersteckt, hat einen enormen Impact. Aber das ganze Thema Recycling ist jetzt auch durch die neue Ersatzbaustoffverordnung ein bisschen höher bewertet worden. Dadurch, dass durch die neue Gesetzgebung Recycling vereinfacht, und eben die Beseitigung, also in dem Sinne die Deponierung, beschwert werden soll.

[00:01:46]

AJ: Wie genau funktioniert der Matching-Algorithmus auf Ihrer Plattform?

HH: Man muss sich das so vorstellen, wir haben 16 Bundesländer in Deutschland, die es bis zum 31.07.2023 nicht geschafft haben, sich einheitliche Regelungen zu geben. Ganz im Gegenteil, es gibt einige Bundesländer, die über die sogenannten „Lager“ gemeinsame Regelungen getroffen haben. Es gibt aber für Füllrichtlinien beispielsweise in Baden-Württemberg, in Hessen, es gibt sogar die Dortmunder Einbauliste, die Einbauwerte. So haben wir ungefähr, Stand 31.07.2023, 30 unterschiedliche Listen, die sich im Bereich Lager und im Bereich Deponierung abspielen. Auf diese Listen ist jetzt noch mal die Ersatzbaustoffverordnung gekommen. Die zwar theoretisch seit 01.08.2023 alles einheitlich ordnet und regelt, aber aufgrund der Übergangsfrist ist es so, dass bis 2031 zumindest in der Theorie, aber auch teils in der Praxis das ganze parallel läuft. Am Ende ist es so, dass derjenige, der etwas zu entsorgen hat, die richtige Entsorgungsstelle finden muss. Das ist ein sehr komplexer, manueller Prozess bisher, es werden E-Mails hin und her geschickt, es müssen chemische Analysen gelesen werden, es müssen Probeabnahmeprotokolle gelesen werden und das versuchen wir zu vereinheitlichen. Es sind rund 1500 Einzelwerte, allein im chemischen Bereich und dann kommen die Informationen aus dem Probeabnahmeprotokoll dazu. Das ist eben das, was der Matching-Algorithmus abgleicht. Ich habe ein Material, das eine bestimmte chemische Belastung hat und welche Annahmestellen dürfen ihn annehmen.

[00:03:33]

AJ: Was möchten Sie auf der NordBau 2023 erreichen?

HH: Wir wollen möglichst viele neue, uns noch nicht bekannte Kunden und Partner kennenlernen. Wir wollen die Partner, die wir schon kennen, persönlich wieder treffen, uns austauschen, über unsere Neuigkeiten informieren. Und am Ende auch neue Partner gewinnen. Wir sagten zwar gerade Boden und Bauschutt GmbH, wir sind aber eine GmbH und CO. KG auf Aktien. Das haben wir deshalb getan, weil wir eine sogenannte Genossenschaft ähnlichen Ansatz verfolgen. Das heißt, wir geben nach und nach neue Aktien raus an Unternehmen aus der Branche, die sich halt in kleiner Form an unserem Unternehmen beteiligen können und somit als große Gemeinschaft dann diese Unternehmen tragen.

AJ: Dankeschön für das Gespräch heute.

HH: Danke für die Zeit.

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Quelle: LECTURA GmbH