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Privatnutzung von Dienstfahrzeugen wird teurer

Bei der Privatnutzung von Dienstfahrzeugen, einschließlich solcher zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, muss in der Lohnabrechnung ein Sachbezug angesetzt werden. Mit der Steuerreform 2015/16 ist ein erhöhter Sachbezug von monatlich 2 Prozent (bisher 1,5 Prozent) der tatsächlichen Anschaffungskosten (einschließlich Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe Nova) anzusetzen. Der Höchstbetrag des Sachbezugs steigt von Euro 720 auf 960 Euro.

Bei Kfz mit niedrigem CO2-Ausstoß, gelten weiterhin 1,5 Prozent und maximal 720 Euro. Für Dienstautos, die im Jahr 2016 oder früher angeschafft wurden, kann der niedrigere Sachbezug angesetzt werden, wenn der CO2-Emissionswert nicht über 130 Gramm pro Kilometer liegt. Für die Folgejahre 2017 bis 2020 vermindert sich der maßgebliche CO2-Grenzwert um jährlich 3 g/km. Sollte kein CO2-Emissionswert vorliegen, so ist automatisch der höhere Sachbezug von 2 Prozent der Anschaffungskosten anzusetzen.

Wie bisher besteht die Möglichkeit, einen halben Sachbezugswert (also je nach CO2-Ausstoß 1 Prozent oder 0,75 Prozent, maximal 480 beziehungsweise 360 Euro monatlich anzusetzen, wenn die monatliche Fahrtstrecke für Privatfahrten nicht mehr als 500 km beträgt.

Nach Kilometern berechneter Wert für "Wenigfahrer"

"Wenigfahrer" können einen nach Kilometer berechneten Sachbezug und somit einen um mehr als 50 Prozent geringeren Sachbezugswert ansetzen, wobei die Kilometer-Sätze bisher, bei einem Sachbezug von 1,5 Prozent, 0,5 Euro (Fahrzeugbenützung ohne Chauffeur) beziehungsweise 0,72 Euro (mit Chauffeur) pro km betrugen. Diese wurden bei einem Sachbezug von 2 Prozent auf 0,67 beziehungsweise 0,96 Euro pro km erhöht. Ein lückenloses Fahrtenbuch ist dabei Voraussetzung.

Nutzt der Dienstnehmer den einmaligen Kostenbeitrag, so muss dieser ab 2016 sofort abgezogen werden, wodurch sich die Anschaffungskosten vermindern. In der Praxis ist ein einmaliger Kostenbeitrag vor allem bei Anschaffungskosten zwischen Euro 40.000 und Euro 48.000 steuerlich interessant, da in diesem Bereich die Angemessenheitsgrenze für Pkw und die Bemessungsgrundlage für den maximalen Sachbezug voneinander abweichen.

Kann der Dienstnehmer abwechselnd verschiedene Dienstautos benützen, so errechnet sich der Sachbezugswert aus dem Durchschnittswert der gesamten Anschaffungskosten und dem Durchschnittswert des auf die Fahrzeuge anzuwendenden Prozentsatzes.

Steuerfreiheit für Pkw mit null CO2-Ausstoß

Für Kfz mit einem CO2-Ausstoß von null Gramm pro Kilometer ist ab dem Kalenderjahr 2016 kein Sachbezugswert anzusetzen. Arbeitnehmer können daher Pkw mit reinem Elektromotor privat gänzlich steuerfrei nutzen.

Für Unternehmer gibt es zusätzlich den Anreiz zur Anschaffung von E-Autos, da für Pkw mit null CO2-Ausstoß der Vorsteuerabzug zusteht. Der Vorsteuerabzug ist allerdings mit Anschaffungskosten bis 40.000 Euro gedeckelt.