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Lösungen aus der Verdichtungstechnik seit der bauma 2019

Auf der Autobahn A96 bei Lindau / Deutschland hatte die Kutter GmbH aus Memmingen zwei Walzen der Serie DV+ mit geteilter Oszillationsbandage im Einsatz. Der Vorteil hier: Beim Einlenken unmittelbar hinter dem Fertiger besteht keine Gefahr von Rissen oder Materialverschiebungen.
Hamm (WIRTGEN Group) Europa
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Auf der Autobahn A96 bei Lindau / Deutschland hatte die Kutter GmbH aus Memmingen zwei Walzen der Serie DV+ mit geteilter Oszillationsbandage im Einsatz. Der Vorteil hier: Beim Einlenken unmittelbar hinter dem Fertiger besteht keine Gefahr von Rissen oder Materialverschiebungen.

Bildquelle: WIRTGEN GROUP; Hamm

Hamm ist seit jeher Innovationsmotor der Verdichtungsbranche. Ein Blick auf die Innovationen, die seit der bauma 2019 in Tirschenreuth entwickelt wurden zeigt, dass der Walzenhersteller auch aktuell den Markt mit richtungweisenden Produkten und Lösungen bereichert. Die Neuerungen decken das gesamte Spektrum der Verdichtung im Asphalt- und Erdbau ab. Nimmt man die reine Verdichtungstechnik in den Fokus, sind dies insbesondere die Weiterentwicklung der Oszillation als Verdichtungstechnologie, die neuen Splittstreuer für Tandemwalzen, ein neues Schubschild für Walzenzüge und Smart Doc, die Android-App zur Verdichtungsdokumentation.

Geteilte Oszillationsbandagen

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Eine wichtige Neuentwicklung sind die geteilten Oszillationsbandagen für Walzen der Serie DV+. Sie vereinen die Vorteile einer geteilten Bandage mit jenen der Oszillation. Der Mehrwert einer geteilten Bandage liegt insbesondere bei der Verdichtung in Kurven und der Verdichtung von verschiebeempfindlichen Asphaltsorten, wie z. B. Splittmastixasphalten oder polymermodifizierten Mischgütern. Bei der Verdichtung mit ungeteilten Bandagen kann es in diesen Fällen zu Materialverschiebungen und Oberflächenrissen kommen. Mit geteilten Bandagen lassen sich diese Effekte vermeiden. Dazu kommt der generell niedrige Geräuschlevel der Oszillation als Verdichtungstechnologie – ein wertvoller Beitrag zum Umweltschutz. Hamm brachte 2019 als weltweit erster Hersteller die geteilte Oszillationsbandage auf den Markt. In jeder Bandagenhälfte befindet sich eine eigenständige, mechanisch unabhängige Oszillations-Einheit. Eine innovative Digitalhydraulik garantiert, dass beide Bandagenhälften bei der Kurvenfahrt unterschiedlich schnell drehen, aber trotzdem synchron schwingen. Ein typisches Einsatzbeispiel war die Asphaltverdichtung im Kreisverkehr an einer Anschlussstelle der Autobahn A7 in Norddeutschland. Hier hat die DV+ 90i VS-OS trotz der sehr engen Radien im Kreisverkehr eine rissfreie und somit qualitativ hochwertige Oberfläche hergestellt. Diese Erfahrungen bestätigten sich auch bei Einsätzen in den Niederlanden, wo die Bandage insbesondere bei der Verdichtung in Kurven überzeugte.

Alle Oszillationsbandagen, die Hamm seit 2019 herstellt, sind wartungsfrei. Das erhöht die Verfügbarkeit der Maschinen. Die Walzmäntel der Oszillationsbandagen von Hamm werden aus hochverschleißfestem Stahl gefertigt. Zudem sind alle ungeteilten und geteilten Oszillationsbandagen von Hamm wartungsfrei. <br> Bildquelle: WIRTGEN GROUP; Hamm

Wartungsfreie Oszillationsbandagen

Die Oszillation wurde in den 1980er-Jahren bei Hamm zur Serienreife gebracht. Seither entwickelt das Unternehmen diese Verdichtungstechnologie stetig weiter. So werden seit 2019 die Erregersysteme in den Oszillationsbandagen durch ein neu konzipiertes System angetrieben. Mit neuartigen Zahnriemen sind alle – geteilten und ungeteilten – Oszillationsbandagen nunmehr wartungsfrei, denn Zahnriemen-Wechsel und Ölwechsel sind nicht mehr erforderlich.

Neue Splittstreuer

Mit einer neuen Generation von Splittstreuern stellt Hamm seit 2020 moderne Module für das Abstreuen von Deckschichten bereit. Die Bezeichnung HLS (Hamm Linienstreuer) bündelt verschiedene Modelle für die Kompaktwalzen der Serie HD CompactLine und für die Tandemwalzen der Serie DV+. Ihr Streubild ist äußerst homogen, die Streubreite ist präzise einstellbar und zahlreiche Funktionen können abhängig von der Fahrgeschwindigkeit automatisch aktiviert werden – zum Beispiel die Regulierung der Streumenge bei Steigfahrten. Dazu kommt ein komfortabler Anbau dank Schnellkupplung und Ösen. Bei den Modellen HLS 150 und HLS 170 für die Serie DV+ steht optional eine praktische Abstellvorrichtung zur Verfügung.
Der Linienstreuer für Tandemwalzen der Serie DV+ reguliert die Streumenge auch bei schneller Fahrt oder bei Steigfahrten. Durch die regulierte Ausbringung ist die Oberflächenqualität immer konstant. Für die kompakten Tandemwalzen der Serie HD CompactLine stehen Linienstreuer mit bis zu 1,20 m Streubreite zur Verfügung.<br> Bildquelle: WIRTGEN GROUP; Hamm

Vielseitig einsetzbares Schubschild

Für die Walzenzüge der Serie H gab es bereits ein Schubschild, das Hamm weiterentwickelt hat. In der neuen Version steht es in zwei Ausführungen zur Verfügung und kann mehr Material als bisher schieben bzw. verteilen. Dabei lässt sich das Schild schnell und trotzdem äußerst feinfühlig steuern – ein Proportionalventil macht's möglich. Zugleich verhindern spezielle Gleitschuhe das Eingraben in den Boden. Außerdem gibt eine patentierte Freisichttraverse den Blick frei auf den Bereich vor dem Schubschild. Mit dem Schubschild wird aus dem Walzenzug ein vielseitig einsetzbares Kombigerät, das kleinere Mengen Gestein ohne zusätzliche Raupe einbauen und verdichten kann. Ideale Anwendungen finden sich zum Beispiel in Deponien und bei Projekten im Graben- bzw. leichten Erdbau, bei denen lockere Schüttungen verteilt, abgezogen und verdichtet werden müssen. In einem Steinbruch in Süddeutschland hat der Walzenzug mit Schubschild die vor Ort befindliche Schubraupe ergänzt. Die robuste Konstruktion hat sich dabei bewährt, ebenso wie die Tatsache, dass die wesentlichen Elemente als Verschleißteile ausgeführt sind. Für den Fahrer besonders wichtig: Er sieht immer, wo sich das Schubschild in Relation zum Untergrund befindet und hat durch die Freisichttraverse stets einen ungehinderten Blick auf das Schubschild und den Bereich davor.

Im Steinbruch Wilhelmsglück arbeiten zwei 20 t schwere Walzenzüge mit Stampffußbandage, Schubschild und verstärktem hydrostatischen Antrieb (C-Modelle). Mit Schubschild und 30 % höherem Drehmoment bewegen sie problemlos das Material, das in Schütthöhen zwischen 50 cm und 1 m angeliefert wird. <br> Bildquelle: WIRTGEN GROUP; Hamm

Smart Doc – Android-App zur Eigenüberwachung im Erdbau

Für die Eigenüberwachung und die Überprüfung der Verdichtung in Echtzeit hat Hamm die einfach bedienbare Android-App "Smart Doc" entwickelt. Die App dokumentiert transparent die Verdichtung im Erdbau. Das Protokoll der Verdichtung kann als PDF mit Dritten geteilt werden. Smart Doc erfüllt die Mindestanforderungen an die flächendeckende Verdichtungskontrolle (FDVK). Mit dieser App bietet Hamm eine wirtschaftliche Alternative, um bei Erdbauprojekten mit erforderlicher Basis-FDVK nachweissicher hochwertig zu verdichten. Neben der Qualitätskontrolle leistet Smart Doc auch einen großen Mehrwert beim Anlernen neuer Walzenfahrer, denn alle relevanten Verdichtungsparameter werden in Echtzeit auf dem Smartphone visualisiert. So sehen die Fahrer, wie sich die Verdichtung mit der jeweiligen Überfahrt entwickelt. Dadurch können auch unerfahrene Bediener ihre Wahrnehmung mit dem tatsächlichen Verdichtungsergebnis abgleichen.
Smart Doc, die Android- App von Hamm, zeigt in Echtzeit, wie sich die Verdichtung mit der jeweiligen Überfahrt entwickelt. Für unerfahrene Fahrer ist sie bei der Einarbeitung eine sehr große Hilfe. <br> Bildquelle: WIRTGEN GROUP; Hamm

Quelle: WIRTGEN GROUP; Hamm