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Dirk Bennje (1.v.l.), Prof. Dr. Jan Scholten (2.v.l.) und Peter Guttenberger (r.) die diesjährigen Gewinner des VDBUM-Förderpreises aus: (v.l.) Volker Zettl und Anja Wiehoff, Peter Schmitt und Torsten Sennenberg sowie Manfred Brunner. (Foto: VDBUM) Gehe zu Fotos
Dirk Bennje (1.v.l.), Prof. Dr. Jan Scholten (2.v.l.) und Peter Guttenberger (r.) die diesjährigen Gewinner des VDBUM-Förderpreises aus: (v.l.) Volker Zettl und Anja Wiehoff, Peter Schmitt und Torsten Sennenberg sowie Manfred Brunner. (Foto: VDBUM)

5. VDBUM-Förderpreis verliehen

Verband zeichnet Innovationen in der Baubranche aus

Der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik hat am 15. Februar 2017 zum fünften Mal Innovationen in der Baubranche mit dem attraktiven VDBUM-Förderpreis ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger sind die Harald Gollwitzer GmbH, Atlas Copco in Deutschland und die SPS Energy GmbH. Der Preis ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert.

Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen einer Abendveranstaltung auf dem VDBUM-Seminar in Willingen vor einem hochkarätigen Publikum. Der Verband hat diesen in der Branche einzigartigen Preis ins Leben gerufen, um Innovationen und technischen Fortschritt in der Baubranche zu fördern. Er soll in gleicher Weise Studenten, Jungakademiker, Auszubildende und erfahrene Praktiker mit innovativen Ideen ansprechen.

Der Preis wird in drei Kategorien vergeben. „Innovationen aus der Praxis“, „Entwicklungen aus der Industrie“ und „Projekte aus Hochschulen und Universitäten“. Die Innovationen sollen darauf abzielen, die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Baumaschinen und Komponenten zu steigern oder Bauverfahren zu optimieren und so den Nutzen für die Anwender zu erhöhen. Pro Unternehmen oder Hochschule können maximal zwei Arbeiten je Kategorie eingereicht werden, die nicht älter als fünf Jahre sein sollten. Eine sehr kompetent besetzte Jury aus praxisnahen Anwendern, Herstellern und Wissenschaftlern wertet die Einsendungen aus und schlägt sie zur Preisverleihung vor.

Der in der Branche einzigartige Preis hat sich fest etabliert und erfreut sich weiter zunehmender Beachtung. So lagen zur diesjährigen Verleihung mehr als 40 Einreichungen vor, wovon 36 durch die Jury zugelassen wurden. Die Gewinner hatten auf der Abendveranstaltung Gelegenheit, ihre Arbeiten vor einem großen qualifizierten Publikum zu präsentieren. Um auch alle anderen teilnehmenden Arbeiten angemessen zu würdigen und ihnen die verdiente öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen, werden sie beim Großseminar im Foyer des Kongresszentrums auf Rollups ausführlich vorgestellt.

Rohrverlegegerät RVG 1.0

Der Preis in der Kategorie „Innovationen aus der Praxis“ geht an das Bauunternehmen Gollwitzer. Um große Rohre schnell und sicher handhaben zu könne, entwickelte Gollwitzer in Zusammenarbeit mit der MTS AG eine aufwendige Speziallösung: das hydraulische Rohrverlegegerät (RGV) als Anbaugerät am Bagger. Es kann Rohrleitungen von DN 1200 – 2200 mit einer Gebrauchslast von bis zu 15 t bewegen, transportieren, im Rohrgraben verlegen, positionieren und fügen. Dank dieser Lösung sind Kanalbaustellen schneller und wirtschaftlicher durchführbar. Gleichzeitig wird die Arbeitssicherheit maßgeblich erhöht, da die gesamte Technik durch den Baggerfahrer von der Kabine aus gesteuert wird.

Beim Verlegen der Rohre kann mit der hydraulisch verstellbaren Pendellagerung mit Drehmotor das Rohr genau auf das erforderliche Gefälle ausgerichtet werden. Auch ein Einsatz verschiedener Rohrlängen lässt sich perfekt handhaben. Bei Rohren mit Profilen ist ein radiales Ausrichten durch die motorbetriebenen Laufrollen kein Problem mehr. Die Rohre liegen immer lagegenau. Mittels elektronischer Waage weiß der Geräteführer genau, ob das Rohr beim Fügen schon aufliegt. Das millimetergenaue Fügen der Rohre erfolgt mithilfe einer dem RVG gegenüberliegenden hydraulischen Rohrstrebe, die in der Rohrleitung mitgeführt und über einen Gurt verbunden wird. Diese Rohrstrebe klemmt sich durch einen vertikalen Hydraulikstempel in das bereits verlegte Rohr. Beim Anziehen des Gurtes wird das einzubringende Rohr passgenau gefügt. Spannungen im Rohr sind nahezu ausgeschlossen, da das RVG an den vorgesehen Anschlagpunkten den Druck auf dem Schaftauflager gleichmäßig verteilt.

RTEX – Handgehaltener pneumatischer Abbruchhammer

Den Preis in der Kategorie „Entwicklungen aus der Industrie“ erhält Atlas Copco in Deutschland für seinen handgehaltenen pneumatischen Abbruchhammer. Der RTEX ist 25 Prozent leichter und verfügt gleichzeitig über noch mehr Aufbrechkraft. Er benötigt 50 Prozent weniger Druckluft als ein herkömmlicher Abbruchhammer und besitzt starre Griffe, die vergleichbare Vibrationswerte wie flexible, vibrationsgedämpfte Griffe aufweisen. Dank des einzigartigen Kolbendesigns erzielt er im Vergleich zu herkömmlichen Abbruchhämmern die doppelte Interaktionszeit, was der Aufbrechleistung eines viel schwereren Gerätes entspricht. Er entwickelt die Leistung eines Spitzenhammers der 30- bis 35-kg-Klasse, wiegt aber nur 25 kg. Das bedeutet, dass der Bediener 5 bis 10 kg weniger Gewicht handhaben muss. Bei Messung gemäß EN ISO 28927-10 liegt der Hand-Arm-Vibrationspegel 3-achsig unter 5 m/s². Unter diesen Bedingungen kann ein Bediener bis zu achtmal länger als mit einem herkömmlichen Hammer arbeiten und dennoch die Arbeitsschutzvorschriften einhalten. Dank des neu entwickelten Arbeitsprinzips Constant Pressure Control, verbessertem Energietransfer im Abbruchhammer und dem neuen RHEX Power Chisel stellt der RTEX in Sachen Aufbrecheffizienz neue Rekorde auf. Wegen des reduzierten Druckluftverbrauchs muss der zugehörige Kompressor nur halb so stark sein oder er kann zwei RTEX Hämmer versorgen.

Deshalb zahlt sich dieser Hammer durch Einsparungen bei den Kompressorkosten sofort und direkt aus.

Energieerzeugung durch Spundwand

In der Sparte „Projekte aus Universitäten und Hochschulen“ konnte sich SPS Energy mit einer neuartigen thermoaktiven Energiespundwand durchsetzen. Energiespundwände bieten den Vorteil, dass ohnehin erforderliche Bauwerksstrukturen durch die Integration von Wärmetauscherröhren zur Energiegewinnung herangezogen werden können. Die aus Stahl bestehenden Spundwände können dabei sowohl die Energie aus Wasser oder Grundwasser, Wärmeleitung im Erdreich, geothermischem Wärmestrom, Solareinstrahlung oder Niederschlagseinleitung kostengünstig und effektiv generieren.

Die Energiespundwände setzen sich aus einer Kombination von handelsüblichen Spundwandprofilen und speziellen SPS-Energy-Wärmetauschern zusammen. Die Hochleistungs-Energiespundwände nutzen dabei ohnehin geplante Infrastrukturen, wie zum Beispiel ein Hochwasser-Schutzbauwerk, als „übergroße flächige Energiesonde“ was im Ergebnis die Investitionskosten senkt und damit zu einer signifikanten Effizienzsteigerung der Anlage beiträgt. Das Spundwandbauwerk wird neben seiner bisherigen statischen und dichtenden Funktion nunmehr um die energetische Funktion erweitert. Energiespundwände können zudem nicht nur zur Wärmegewinnung, sondern auch äußerst wirkungsvoll zur Wärmeabgabe eingesetzt werden, also zum Beispiel zur Kühlung von Gebäuden, und das sowohl an offenen Gewässern als auch bei vom Grundwasser umströmten Bauwerken, bei denen die Spundwand-Elemente im Erdreich verbleiben. Energiespundwände verbinden die ausgereifte und weltweit eingesetzte Technologie des Spundwandverbaus mit oberflächennaher Geothermie zu einem zukunftsweisenden regenerativen Energiegewinnungssystem. 

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