Filter
Zurück

Die SaniStop-Story: Während der Corona-Krise werden mehr als 150 sanitäre Anlagen bundesweit für Lkw-Fahrer geöffnet

Pause ohne sanitäre Einrichtung: Fehrenkötter-Fahrer Erlenfried Galuba vor verschlossener Tür
Daimler Europa
Gehe zu Fotos
Pause ohne sanitäre Einrichtung: Fehrenkötter-Fahrer Erlenfried Galuba vor verschlossener Tür
  • Beispiel Spedition Fehrenkötter: Straßengütertransporteure und ihre Mitarbeiter stehen durch die Corona-Pandemie vor extremen Herausforderungen

  • Sanitäre Probleme besonders abseits der Autobahn: Unterstützung durch Initiative #LogistikHilft, DocStop, BGL und Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie weitere Helfer

  • Brennpunkte entschärfen: Daimler Truck AG spendet 7.500 Euro für Unterhalt und Pflege von Sanitärcontainern für Lkw-Fahrer

Sich frisch machen, duschen, eine Toilette finden – elementare Bedürfnisse für Lkw-Fahrer unterwegs auf ihren Touren. Während des coronabedingten Lockdowns war es jedoch für viele Lkw-Fahrer unmöglich, sanitäre Anlagen und Waschgelegenheiten zu nutzen. Erlenfried Galuba, Fahrer bei der Spedition Fehrenkötter aus Ladbergen, berichtet: „Im Alltag dürfen wir normalerweise die Waschräume der Kunden benutzen. Aber seit Beginn der Corona-Krise sind viele sanitäre Einrichtungen für uns Lkw-Fahrer geschlossen. Jedes Unternehmen hatte erst mal an die eigenen Mitarbeiter gedacht. Wir sind da durchs Raster gefallen!“

DocStop-Aktivisten starten SaniStop

Anzeige

Galubas Chef wollte sich damit nicht abfinden: Joachim Fehrenkötter ist geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Fehrenkötter und außerdem 1. Vorsitzender von DocStop e.V., einem Verein, der sich bereits seit 2007 für die ambulante medizinische Versorgung von Lkw-Fahrern einsetzt. Nun fand DocStop in dem durch die Corona-Krise ausgelösten sanitären Notstand ein weiteres wichtiges Betätigungsfeld. Resultat: Innerhalb von nur einer Woche hatte DocStop ein Netzwerk von 150 Unternehmen in Deutschland geschaffen, die ihre Waschräume Lkw-Fahrern während der Pandemie zur Verfügung stellen wollten. Das war die Geburtsstunde der DocStop-Initiative SaniStop.

„Alle reden mit größtem Respekt von den Helden auf der Straße, die in der Krise unsere Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs sicherstellen, aber keiner lässt unsere Mitarbeiter Hygieneeinrichtungen nutzen, obwohl das in diesen Zeiten oberstes Gebot ist“, begründet Joachim Fehrenkötter sein Engagement.

Sanitärcontainer an Brennpunkten abseits der Autobahn

Einen Kooperationspartner fand der SaniStop-Aktivist wenige Tage nach Verkündung des Lockdowns in Ralf Merkelbach, Key Account Manager für Großflotten in Europa bei BPW Bergische Achsen KG: Er hatte die Idee, an Brennpunkten mobile Sanitärcontainer aufzustellen. Prominente Unterstützung gesellte sich hinzu: Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), die Logistics Alliance Germany und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie eine Reihe von Spendern aus der Wirtschaft unterstützten die Maßnahmen und integrierten sie in die vom Fraunhofer IML gegründeten Brancheninitiative #LogistikHilft. Die Schirmherrschaft übernahmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger, Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik.

Daimler Truck AG spendet 7.500 Euro für #LogistikHilft

Auch die Daimler Truck AG schloss sich dem Unterstützerkreis an und stellte 7.500 Euro für den Unterhalt und die Pflege von Hygieneeinrichtungen bereit. Solche Sanitär-Container gibt es zum Beispiel nun in unmittelbarer Nähe des Mercedes-Benz Werks Ludwigsfelde bei Berlin oder im Güterverkehrszentrum (GVZ) Bremen. Auf der DocStop-Website www.docstop.eu lässt sich nachschauen, wo überall SaniStop-Container entlang einer Tour vorhanden sind. Damit sind die Fahrer auf der sicheren Seite.

Gravierende Auswirkungen auf den Straßengüterverkehr durch Corona-Krise

Anzeige

Trotz dieser Lösungen stellte und stellt die Corona-Pandemie die Straßengütertransporteure und ihre Mitarbeiter weiter vor große Herausforderungen: Da ist zum Beispiel der in manchen Segmenten massive Auftragsrückgang, der Arbeitsplätze und manchmal sogar ganze Firmenexistenzen bedroht. „Uns hat es auch getroffen, wir hatten einen Auftragsrückgang von 25 Prozent zu beklagen“, berichtet Joachim Fehrenkötter, dessen Spedition sich mit 125 Lkw auf den Transport von Landmaschinentechnik und Automobilen spezialisiert hat. Ebenfalls gravierend sind die Veränderungen der täglichen Prozesse in den Speditionen von der Disposition über die Werkstätten bis hin zu den Lageraktivitäten: Quarantäne, Homeoffice, Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören – das alles geht an keinem Betrieb spurlos vorbei.

Joachim Fehrenkötter resümiert: „Wir haben mit SaniStop und #LogistikHilft eine Menge erreicht, und ich freue mich über die zunehmende Anerkennung für die Berufsgruppe der Lkw-Fahrer während der Krise. Aber wir dürfen jetzt nicht stehenbleiben. Auch nach der Krise gibt es weiter erheblichen Verbesserungsbedarf, was Parkmöglichkeiten und sanitäre Anlagen für Lkw-Fahrer betrifft.“

Quelle: Daimler Truck AG