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PALFINGER setzt Wachstumskurs fort – aber langsamer

 
  • Neuerlich Rekordumsatz, EBIT stagniert auf Vorjahresniveau
  • Nachfrageschwäche in Europa und Südamerika, Zuwächse in den anderen Region
  • Weitere Markterschließung in Russland durch Akquisition und Joint Ventures

Die PALFINGER Gruppe konnte den zufriedenstellenden Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen 2014 fortsetzen, wenn auch mit abgeschwächter Dynamik. Der Konzernumsatz konnte sowohl durch organisches als auch durch anorganisches Wachstum um 11,0 Prozent gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres auf 795,1 Mio EUR – und damit einen neuen Rekordwert – gesteigert werden. Dies stellt im Vergleich zu den anderen Marktteilnehmern eine überdurchschnittliche Entwicklung dar. 
  
„Wir sind mit der Entwicklung des Umsatzes zufrieden“, kommentiert Herbert Ortner, CEO der PALFINGER Gruppe, die Entwicklung der ersten drei Quartale, „aber wir haben im 3. Quartal bereits die Abschwächung der Wirtschaftskraft einiger Regionen im Ergebnis gespürt. Wir werden dennoch ungeachtet aller Turbulenzen unseren langfristigen Wachstumskurs fortsetzen und uns dabei auf die Regionen Russland, China und Nordamerika sowie den Marinebereich konzentrieren.“ 
  
Anders als in den Vorjahren wurde das Umsatzwachstum schwerpunktmäßig in Europa generiert, die kontinuierliche Marktbearbeitung wurde von den Kunden honoriert. Der aktuelle Auftragseingang lässt jedoch für den Rest des Geschäftsjahres eine Abschwächung des Umsatzwachswachstums vor allem in Europa – und hier besonders im Bereich der Business Unit Ladekrane – erwarten. Die Auswirkungen werden beim operativen Ergebnis stärker spürbar sein als bei der Umsatzentwicklung. Betrachtet man das 3. Quartal isoliert, ist bereits ein Rückgang bei Umsatz, EBIT und EBIT-Marge gegenüber den zwei Vorquartalen des laufenden Jahres zu beobachten 
  
Aus diesem Grund sah sich der Vorstand der PALFINGER AG im Oktober veranlasst, darauf hinzuweisen, dass der operative Gewinn des Vorjahres (EBIT) im Jahr 2014 voraussichtlich unterschritten wird. 
  
In anderen wesentlichen Märkten von PALFINGER, also in Nordamerika, Russland sowie Asien und Pazifik (einschließlich China), entwickelt sich das Geschäft von PALFINGER weiterhin positiv. Die 2013 und 2014 akquirierten Unternehmen (Nimet Srl, Megarme, Palfinger systems) leisteten wie in den Vorquartalen einen wesentlichen Beitrag zum Umsatzwachstum. 
    
Ergebnisentwicklung und Bilanzstruktur 
Das operative Ergebnis (EBIT) des Vorjahres, das zum Ende des 3. Quartals 2013 aufgrund der Einmaleffekte aus der Mehrheitsübernahme von Nimet besonders gut war, konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mit 55,6 Mio EUR nahezu wieder erreicht werden. Der Rückgang beträgt 0,7 Prozent. Die schwächere Nachfrage nach Ladekranen in Europa macht sich bereits im Ergebnis bemerkbar. Im Segment AREA UNITS konnte das negative Ergebnis des 1. Quartals kompensiert werden, das Segment leistete in den ersten drei Quartalen 2014 einen positiven Beitrag zum Ergebnis, allerdings schwächer als im Vorjahr. Die EBIT-Marge sank von 7,8 Prozent in den ersten drei Quartalen des Vorjahres auf 7,0 Prozent. Das Konzernergebnis liegt mit 32,4 Mio EUR knapp unter dem Niveau des Vorjahres von 34,3 Mio EUR. Die stabile Entwicklung von EBIT und Konzernergebnis zeigen die Ertragsstärke von PALFINGER auch in einem schwierigen Marktumfeld. 
  
Die Eigenkapitalquote der PALFINGER Gruppe lag zum Ende der ersten drei Quartale 2014 mit 42,4 Prozent weiterhin auf hohem Niveau, jedoch leicht unter dem Wert der ersten drei Quartale 2013 (30. 9. 2013: 44,4 Prozent). 
    
Wesentliche Ereignisse im 3. Quartal 
Im 3. Quartal vereinbarte PALFINGER mit der börsenotierten KAMAZ Gruppe die Gründung von zwei Gemeinschaftsunternehmen. Das Joint Venture Mounting wird zu 49 Prozent von der PALFINGER Gruppe und zu 51 Prozent von der KAMAZ Gruppe gehalten und wird sich auf Lkw-Aufbauten spezialisieren. Die von diesem Joint Venture ausgestatteten Lkws werden mit Lade- und Handlinggeräten bestückt. Bis zum Jahr 2019 sollen jährlich mehr als 3.000 Aufbauten ausgeliefert werden. Das Joint Venture Cylinder wird zu 51 Prozent von PALFINGER gehalten. Bis zum Jahr 2019 sollen pro Jahr bis zu 80.000 Zylinder für Krane, Lkws und Baumaschinen hergestellt werden. 
  
Anfang Oktober hat die PALFINGER Gruppe überdies die Akquisition von 60 Prozent der russischen PM-Group Lifting Machines durch die PALFINGER CIS GmbH abgeschlossen. Weitere 20 Prozent wurden von Steindl Forsttechnik GmbH erworben. PM-Group Lifting Machines ist ein bedeutender Anbieter von Forst- und Recyclingkranen in Russland mit den beiden Marken Velmash und Solombalsky. Mit 86 Händlern, Servicestellen und regionalen Büros verfügt die Gruppe über ein weitreichendes Vertriebsnetzwerk und stellt damit eine hervorragende Ergänzung zur Marktbearbeitung durch PALFINGER dar. 
  
Auf der diesjährigen IAA präsentierte sich PALFINGER als internationaler Marktführer für mobile Ladekrane und als technologischer Schrittmacher für hydraulische Hebe- und Arbeitssysteme. Auf insgesamt 1.400 Quadratmetern demonstrierte PALFINGER eine breite Produktpalette. Dies beinhaltete u.a. auch die Weltpremiere der neuen L-Kran-Baureihe für das effizientere Handling von Baustoffen. 
  
PALFINGER konnte eine neuerliche Schuldscheinemission erfolgreich abschließen. Mit Valuta 24. Oktober 2014 wurden drei Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit von fünf, sieben bzw. zehn Jahren und einem Gesamtvolumen von 105 Mio EUR begeben. Die Emission verzeichnete rege Nachfrage und wurde in erster Linie von österreichischen, deutschen und chinesischen Investoren gezeichnet. 
  
 Entwicklung der Segmente 
In den ersten drei Quartalen 2014 wurde im Segment EUROPEAN UNITS ein Umsatz in Höhe von 545,8 Mio EUR erzielt, das entspricht – verglichen mit 479,2 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2013 – einer Steigerung um 13,9 Prozent. Die Akquisitionen von Nimet Srl, Palfinger systems und Megarme trugen gemeinsam mit rund 55 Prozent zum Umsatzwachstum bei. Auch die Business Units EPSILON Forst- und Recyclingkrane und Eisenbahnsysteme erwirtschafteten deutliche Umsatzzuwächse. Die Business Area Marine verzeichnete einen Umsatzzuwachs von rund 30 Prozent. Das Segment-EBIT betrug 62,2 Mio EUR und liegt auf dem Niveau des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Die EBIT-Marge des Segments befindet sich mit 11,4 Prozent nach wie vor auf hohem Niveau. 
  
In den ersten drei Quartalen 2014 konnte der Umsatz des Segments AREA UNITS auf 249,3 Mio EUR gesteigert werden – im Vergleich zu 236,9 Mio EUR in den ersten drei Quartalen 2013 ist dies ein Zuwachs um 5,2 Prozent. Das Wachstum ist vor allem auf die Business Areas Asien und Pazifik sowie seit dem 2. Quartal auch auf die gute Entwicklung in Nordamerika zurückzuführen. Der Umsatzanteil der Areas außerhalb Europas beträgt somit 31,4 Prozent. Aufgrund von witterungsbedingten Rückgängen in Nordamerika im 1. Quartal 2014, Engpässen in der staatlichen Finanzierungsförderung (FINAME) in Brasilien und den eingebrochenen Exporten nach Russland ist der Ergebnisbeitrag im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2013 zurückgegangen. Durch die hohe Auslastung im 2. und 3. Quartal und die sich kontinuierlich positiv entwickelnden Auftragseingänge konnte das negative Segmentergebnis des 1. Quartals teilweise wettgemacht werden. In den ersten drei Quartalen 2014 betrug das Segment-EBIT 6,4 Mio EUR nach 7,3 Mio EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 
  
Ausblick 
PALFINGER verzeichnete seit Juli 2014 in den europäischen Kernmärkten und in Südamerika einen starken Rückgang der Nachfrage. In den anderen Regionen außerhalb Europas und in der globalen Business Area Marine wird unverändert großes Wachstumspotenzial gesehen. Das Management erwartet im laufenden Geschäftsjahr insgesamt eine deutliche Umsatzsteigerung. Der Umsatz würde damit erstmals in der Unternehmensgeschichte die Milliarden-Euro-Marke überschreiten. Das operative Ergebnis wird voraussichtlich unter dem des Jahres 2013 liegen. 
  
Die PALFINGER Gruppe ist dank jahrelanger Internationalisierungs- und Diversifizierungsanstrengungen gut gerüstet, um solche – auch deutlichere – Nachfrage- oder Konjunkturschwankungen gut zu überstehen. Insbesondere die Programme zur Flexibilisierung aller Prozesse und zur permanenten Kontrolle der Fixkosten tragen dazu bei, dass PALFINGER weiterhin offensiv am Markt agieren kann. 

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