Filter
Zurück
Um einen störungsfreien und effizienten Betrieb von LED-Leuchten zu ermöglichen, hat der Elektronikexperte CARSIG ein Modul zur Glühlampensimulation entwickelt, das die Stromdifferenz zwar abruft, aber dann wieder ins Netz zurückspeist. Gehe zu Fotos
Um einen störungsfreien und effizienten Betrieb von LED-Leuchten zu ermöglichen, hat der Elektronikexperte CARSIG ein Modul zur Glühlampensimulation entwickelt, das die Stromdifferenz zwar abruft, aber dann wieder ins Netz zurückspeist.

Sparsame LEDs irritieren bei Nach- oder Umrüstung die Fahrzeugtechnik

Glühlampensimulation: Spezielle Schaltung ermöglicht effizienten Betrieb und zuverlässige Überwachung von nachgerüsteten LED-Scheinwerfern in Baumaschinen

Anzeige

LED-Lampen werden aufgrund ihrer hohen Lebensdauer, ihres guten Wirkungsgrades und der damit verbundenen Einsparmöglichkeiten auch in Baufahrzeugen immer häufiger anstelle herkömmlicher Glühlampen eingesetzt. Gerade die Sparsamkeit der LEDs führt allerdings bei der Umrüstung von Fahrzeugen oft zu Problemen: Die internen Systeme interpretieren die geringe Stromaufnahme, die nur einen Bruchteil derer einer Glühlampe beträgt, als Fehler und melden eine defekte Lampe. Zusätzliche Widerstände können dieses Problem zwar beheben, erzeugen allerdings viel Abwärme und machen somit die Energieeinsparungen durch die LED zunichte. Als effizientere Alternative dazu hat der Elektronikspezialist CARSIG GmbH daher ein kompaktes Beleuchtungsmodul zur Glühlampensimulation entwickelt, das den für einen störungsfreien Betrieb nötigen Strom abruft und die Stromdifferenz über eine spezielle Schaltung wieder zurückspeist. Der Wirkungsgrad liegt dabei bei 85 bis 90 Prozent. Zugleich überwacht die patentierte Elektronik die LED-Funktion, so dass Ausfälle zuverlässig angezeigt werden – auf Wunsch selbst bei Leuchten, die vom Standardsystem nicht kontrolliert werden.

Besonders deutlich – und potentiell strafbar – wird die Problematik nachgerüsteter LED-Leuchten bei den Blinkern. Laut EU-Gesetz muss die Funktionstüchtigkeit der Blinkleuchten vom Fahrzeug bei Benutzung überprüft und ein Defekt sofort gemeldet werden. Üblicherweise wird dazu der Strom gemessen und mit einem Schwellenwert verglichen, welcher an die Nennleistung der Blinklampen angepasst ist. LEDs für diesen Einsatzzweck haben in der Regel jedoch nur rund ein Zehntel der Leistungsaufnahme, weshalb die Lichtsteuergeräte selbst bei tadellosem Betrieb Alarm schlagen würden. „Erschwerend kommt hinzu, dass es keine festen Normen für LED-Leuchten gibt. Jedes Modell hat andere Kennwerte, so dass sich kaum allgemein gültige Schwellenwerte definieren lassen“, erklärt Christof Klaiber, Bereichsleiter Entwicklung bei CARSIG. Andere Überwachungssysteme wie die Kaltfadenüberwachung (Cold-Scan), bei der die Lampen im ausgeschalteten Zustand geprüft werden, haben ähnliche Probleme: Da hierbei die Leuchte mittels hochohmigen Prüfimpulsen kontrolliert wird, würde die LED durch diese Impulse sichtbar zu leuchten beginnen.

Gängige Praxis bei LED-Um- oder -Nachrüstungen, die immer häufiger an Nutz- und Sonderfahrzeugen wie etwa Rettungswagen, aber auch bei Baumaschinen, PKW, LKW, Caravans und Anhängern vorgenommen werden, ist es daher, Lastwiderstände einzubauen, um die Stromaufnahme künstlich zu erhöhen. Dadurch ist allerdings zum einen keine Funktionsüberwachung der Lampen mehr möglich, was den Sicherheitsgewinn durch die erhöhte Lebensdauer aufhebt. Hot-Scan und Cold-Scan laufen ins Leere. Zum anderen wandeln die Widerstände die Energie in Wärme um, was insbesondere bei Frontscheinwerfern mit einer Sollleistung von 55 W bis 75 W zu einer erheblichen Wärmeentwicklung führen kann und speziell in der Nähe von Kunststoff-Komponenten ein Risiko darstellt. Größter Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass das Energieeinsparpotential der LED dadurch vollständig verschenkt wird.

Strom-Rückspeisung mit bis zu 90 Prozent Wirkungsgrad

Um dies zu vermeiden, arbeitet die von CARSIG entwickelte, patentierte Glühlampensimulation nicht mit Widerständen sondern mit einer speziellen Schaltungstechnik. Diese ermittelt die Differenz zwischen der erwarteten Soll-Stromaufnahme und dem tatsächlichen Verbrauch der LED und nimmt diesen Differenzstrom auf, um ihn dann wieder ins Bordnetz zurückzuspeisen, so dass die fahrzeugeigene Überwachung eine normale Leuchtenfunktion registriert und gleichzeitig der hohe Wirkungsgrad der LED erhalten bleibt. Auch das ungewollte Leuchten beim Cold-Scan wird so vermieden. „Man könnte ebenso den gesamten Sollstrom simulieren und die LED separat versorgen. Dabei fällt allerdings der Wirkungsgrad schlechter aus, weshalb wir hauptsächlich mit dem Differenz-Verfahren arbeiten“, so Klaiber. Der simulierte Strom wird in den nachgelagerten Teil der Schaltung geleitet, der ähnlich wie ein Ladegerät funktioniert und die Energie über eine Erhöhung der Spannung wieder in das Bordnetz zurückspeist.

Eine Umwandlung in Wärmestrahlung findet dabei kaum statt, die Baugruppe wird im Betrieb höchstens handwarm. Während des gesamten Vorgangs gehen so je nach konkretem Typ des Moduls lediglich 10 bis 15 Prozent des Stroms aufgrund unvermeidbarer Schaltungsverluste verloren, wodurch die Effizienz der LED-Leuchten zum größten Teil erhalten bleibt. Dieser Vorteil kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn die Lampen bei ausgeschaltetem Motor genutzt werden, zum Beispiel zur Ausleuchtung der Umgebung, da auf diese Weise die Autobatterie geschont wird und der Motor oder ein externer Generator erst später in Anspruch genommen werden müssen.

Spezialisierte Fehlererkennung für mehr Verkehrssicherheit

Darüber hinaus überwacht das Modul gleichzeitig die Funktionalität der LED-Lampen, wobei die Elektronik auf Erkennung der speziellen Fehlerbilder – sprich Openload oder Overload – der LED-Technik ausgelegt ist. Der untere Schwellenwert zur Meldung eines zu geringen Laststroms kann hier zwischen 10 und 85 mA liegen, die Obergrenze zum Abschalten vor einer Überlastung beträgt 2,5 A. Wird ein Fehler erkannt, sorgt die Schaltung der Glühlampensimulation dafür, dass kein Laststrom mehr fließt. Die Leuchtensteuerung des Fahrzeugs meldet daraufhin die Störung auf dem üblichen Weg, meist per Warnleuchte oder – wie beim Blinker – per akustischer Veränderung.

Ebenso eignet sich das Beleuchtungsmodul für Fahrzeuge mit Kaltfaden-Überwachung. Die Glühlampensimulation von CARSIG arbeitet auch hier mit einer intelligenten Schaltung: Zeigt die modul-interne Fehlerüberwachung eine intakte LED, werden die Prüfimpulse des Cold-Scan in dieser Schaltung ähnlich wie von einer tatsächlichen Glühlampe bedämpft. Bei einer fehlerhaften LED dagegen wird der Schalter geöffnet, wodurch die Dämpfung entfällt und die Prüfimpulse den Defekt ans Lichtsteuersystem melden.

Durch die Überwachungsstrategie des Moduls ist damit sowohl sichergestellt, dass die gesetzlichen Kontrollauflagen eingehalten werden, als auch, dass Mängel an der Verkehrstüchtigkeit schnell bemerkt werden. Um die Sicherheit auch bei Fahrzeugen mit zusätzlichen Leuchten, die nicht von der üblichen Überwachung erfasst werden, zu erhöhen, bietet CARSIG darüber hinaus Modelle mit mehrfachen Ausgängen an. Dies betrifft beispielsweise Fahrzeuge mit doppelt ausgeführten Heck-Leuchten unten und oben, deren Defekte dann über die normale Warnanzeige dargestellt werden können, wobei die intakte Lampe weiter funktionsfähig bleibt.

Spezielle Typen und Einstellungen je nach Fahrzeugreihe und Anforderung

Da je nach Art der Lampe und des Fahrzeugs unterschiedliche Eigenschaften gefordert werden, umfasst das Sortiment an Glühlampensimulationen unterschiedliche Typen. Dazu zählen unter anderem leistungsstarke Ein-Kanal-Module für die Frontbeleuchtung, Module mit fünf oder sieben Kanälen für die Rückwandbeleuchtung, über die mehrere Leuchten mit verschiedenen Parametern laufen können, sowie Modelle mit getrennten Links-/Rechts-Kanälen für den Einsatz mit Blinkgeber. Speziell für diesen Bereich wurde auch eine Version mit zweimal drei Kanälen entwickelt, welche die Blinker-Lampen pro Seite unabhängig voneinander überwacht. Die Lebensdauer aller Typen ist schaltungstechnisch auf die hohe Haltbarkeit von LED-Lampen abgestimmt, so dass die Zuverlässigkeit der Glühlampensimulation dauerhaft sichergestellt ist.

Anzeige

Die verschiedenen Module eignen sich sowohl für 12 V- wie auch für 24 V-Bordnetze und lassen sich jeweils auf die konkreten Parameter von Fahrgestell und LED-Technik programmieren. „In beiden Bereichen ändern sich die Werte mit wechselnden Typ-Generationen sehr häufig, weshalb wir beim Feintuning eng mit den Fahrzeugausrüstern zusammenarbeiten, um das jeweils optimale Ergebnis zu erzielen“, berichtet der Entwicklungsleiter. Die Parametrisierung kann dabei sowohl hersteller- wie auch kundenseitig erfolgen. Der Einbau selbst ist nach der Voreinstellung durch die Experten relativ unkompliziert – zumal anders als bei der Verwendung von zusätzlichen Widerständen nicht mit einer großen Wärmeentwicklung gerechnet werden muss. Dies ermöglicht eine sehr kompakte Bauweise des Moduls, was generell die Flexibilität bei der Unterbringung erhöht und sogar die Integration in die LED-Leuchte erlaubt.

Alle Modelle der Glühlampensimulation verfügen über das ECE-Prüfzeichen und sind für den Einsatz in rauen Umgebungen wie etwa Baustellen auch mit wasser- und staubdichten Gehäusen gemäß IP6K9K und IP 68 erhältlich. Daneben werden die verschiedenen Produkte je nach spezifischen Anforderungen getestet und zertifiziert, so gibt es etwa Typen mit geprüfter Vibrationsresistenz oder – beispielsweise für Behördenfahrzeuge – mit besonders niedriger Funkabstrahlung gemäß CISPR 21 Level 5.

LED-Lampen werden wegen ihres geringen Energieverbrauchs auch für Baumaschinen immer beliebter. Die niedrige Leistungsaufnahme versteht die auf Glühlampen ausgelegte Leuchtenüberwachung allerdings oft fälschlicherweise als Defekt.

Sponsoren