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Wartungsfreie Sinochron Motoren von ABM Greiffenberger treiben Witron-Logistik an

Zwischen 100 Meter und teilweise mehr als 10 Kilometer lang sind die Staurollenförderanlagen, die der Logistik-Spezialist Witron in hochmodernen Distributionszentren für Handel und Industrie einbaut – entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Antriebstechnik in den Anlagen. Eine Innovation von ABM Greiffenberger ist eine wichtige Komponente im Hinblick auf Verfügbarkeit und Energieeffizienz der Witron-Anlagen. Der von ABM entwickelte Sinochron Motor arbeitet als Direktantrieb wartungsfrei und senkt auf Komponentenebene den Energieverbrauch in den Förderanlagen um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu zentral angetriebenen Rollenbahnen.

Die Witron Logistik + Informatik GmbH mit Sitz im oberpfälzischen Parkstein plant und realisiert innovative Logistik- und Materialflussanlagen aus einer Hand. Als Generalunternehmer übernimmt das Unternehmen Logistik-Planung, Informations- und Steuerungstechnik, Mechanik-Konstruktion und -Fertigung sowie die Funktionsverantwortung. Auch sämtliche Service- und Wartungsaufgaben für ein Projekt werden von Witron übernommen. Zahlreiche Top-Unternehmen aus Handel und Industrie betreiben bereits seit Jahren ihre Distributionszentren erfolgreich mit Witron-Lösungen.

Nach den hochdynamischen Logistik- und Kommissioniersystemen von Witron besteht eine große Nachfrage. Kernmärkte sind aktuell die Regionen Europa und die USA. Immer mehr in den Fokus rücken für Witron aber auch die wachsenden Märkte in Russland und Asien. Das Unternehmen beschäftigt weltweit fast 2.000 Mitarbeiter und steigerte 2012 seinen Umsatz um 20 Prozent auf 240 Millionen Euro.

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Unabhängig von Größe, Umfang oder Durchsatz eines Projektes setzen zahlreiche Witron-Kunden aus den Branchen Lebensmitteleinzelhandel, E-Commerce, Elektronik, Ersatzteilvertrieb, General Merchandise, Pharma, Textil oder Tiefkühl-Logistik hohe Anforderungen an die Förder- und Antriebstechnik. So beispielsweise der Schweizer Einzelhändler Migros, der seit 2011 am Standort Suhr eine der modernsten Logistik-Hochleistungsanlagen in Europa betreibt. Eine ausgeklügelte Prozesskette sorgt dafür, dass täglich sämtliche Produkte aus insgesamt 3.500 verschiedenen Artikeln pünktlich ausgeliefert werden. Zum Einsatz kommt das von Witron entwickelte System Order Picking Machinery (OPM). An Spitzentagen kommissionieren 28 COM-Maschinen bis zu 315.000 Handelseinheiten wirtschaftlich und fehlerfrei. In der 5,5 Kilometer langen Fördertechnik arbeiten 3.000 Antriebe von ABM Greiffenberger.

Gebaut werden die Rollenförderer von der Förder Anlagen Systeme (FAS), einer hundertprozentigen Witron-Tochter in Parkstein. Im Rahmen der Initiative zur permanenten Weiterentwicklung ihrer Systeme nahmen die Experten im Haus die bis dahin verwendeten Komponenten hinsichtlich Konstruktion, Produktivität und Verfügbarkeit unter die Lupe. „Eines der Ziele dabei war es, die Typenvielfalt der FAS-Förderelemente zu standardisieren“, schildert Stephan Schmid, bei Witron Teamleiter Entwicklung Steuerungstechnik. In der Vergangenheit setzte man in Parkstein Fördertechnik mit zentral angetriebenen Staurollenbahnen ein. “Aufgrund unserer langjährigen Praxis- und Betreibererfahrung waren wir aber auf der Suche nach verschleißfreien Antrieben, getriebelos, ohne Bremsen, energieeffizient und mit hoher Verfügbarkeit“, sagt Schmid.

Zeitnah wurden daraufhin auf Messen erste Gespräche mit mehreren Anbietern geführt. „Wir haben verschiedene Lösungen in Augenschein genommen. Mit  ABM haben wir im Rahmen intensiv geführter Technik-Workshops relativ schnell eine gemeinsame Basis gefunden“, beschreibt Stephan Schmid die Partnersuche. Auch für Wolfgang Wegmann, Vertriebsleiter Industrieanwendungen bei ABM Greiffenberger, waren die vom ersten Tag an sehr zielorientiert und konstruktiv geführtem Gespräche ein Garant für den gemeinsamen Erfolg. Nach einer ersten Musterserie Anfang 2009 folgten innerhalb weniger Monate Planung, Entwicklung und Serienumsetzung. Zuvor wurden Sinochron-Varianten Probeläufen und Dauertests bei Witron und ABM unterzogen. „Die Anforderungen getriebelos, sensorlos und bremslos standen im Raum. Wir haben dementsprechend einen maßgeschneiderten Antrieb für Witron entwickelt“, sagt Wegmann.

Guter Rundlauf und Energieeffizienz

Mit dem Sinochron Motor hat ABM eine energiesparende Alternative zum Zentralantrieb und zu den „Rollerdrives“ konstruiert. Die Motoren zeichnen sich beispielsweise durch ein gutes Rundlaufverhalten aus. Vom Asynchronmotor unterscheiden sie sich durch eine etwa doppelt so hohe kurzzeitige Überlastbarkeit. Das schafft die Voraussetzung dafür, dass man in vielen Fällen einen kleineren Motor wählen kann und damit Bauraum und Energieverbrauch reduziert. „In der Praxis spart der Betreiber einer fördertechnischen Anlage durch den Einsatz von Sinochron Antrieben auf Komponentenebene bis zu 40 Prozent Energie im Vergleich zu konventionellen Zentralantrieben. Damit sind in größeren Fördertechnik-Anlagen in Hinblick auf die gesamte Lebensdauer deutliche Kosteneinsparungen möglich“, rechnet Wegmann vor.

ABM bietet mit diesen Motoren ein dezentrales Antriebssystem, bei dem Motor, Bremse, Getriebe und Elektronik in einer kompakten Baueinheit zusammengefasst sind. Ein intelligentes Baukastensystem gewährleistet, dass für jeden Anwendungsfall die optimale Antriebslösung gefunden wird. Dabei stehen auch verschiedene Bauformen von Getrieben wie Kegelrad-, Stirnrad- und Flachgetriebe zur Verfügung, die aus eigener Fertigung stammen und auf die Leistungswerte der jeweiligen Motoren abgestimmt sind. Das modulare Prinzip des Antriebsbaukastens kann auch sehr spezielle Anforderungen des Anlagenbauers mit Serienkomponenten erfüllen. „Das wirkt sich positiv auf die Qualität aus, denn es kommen nur bewährte Module zum Einsatz“, sagt Wegmann.

Kein Ölverlust möglich

„Witron und deren Kunden erhalten von uns wartungsfreie System-Komponenten. Es kann damit garantiert keinen Ölverlust geben“, schildert Wolfgang Wegmann. Ein weiterer Vorteil des Sinochron Antriebs ist der Einsatz im Tiefkühllager. So ist beispielsweise der Sinochron Antrieb in seiner Ausprägung für den Betrieb über den gesamten Temperaturbereich bis minus 30 Grad ausgelegt. Auch von der Konstruktion her spielt die ABM-Lösung ihre Stärken aus. Wolfgang Wegmann: „Durch den aufgebauten Regler haben wir eine dezentrale Antriebseinheit geschaffen, die den Projektierungsaufwand deutlich reduziert.“

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Die anfänglich gesteckten Ziele sind nach Einschätzung von Witron erreicht worden. „Das ABM-System hat unsere Anforderungen erfüllt. Dies hat sich im langjährigen Serieneinsatz bestätigt“, schildert Stephan Schmid. Auf Grund der positiven Erfahrungen komme die ABM-Entwicklung auch zum Einsatz, wenn ältere Anlagen modernisiert werden müssen. Qualität und Zuverlässigkeit der Sinochron Antriebe tragen zur hohen Qualität der Witron-Logistiksysteme mit bei. „Auch die Durchsatzleistung und Energieeinsparung haben uns überzeugt.“ Von besonderem Vorteil sei auch das große Einsatzgebiet von Sinochron. „Die Antriebe arbeiten bei Temperaturen zwischen minus 30 und plus 50 Grad zuverlässig. Wir decken so mit einem Antrieb alle für uns relevanten Bereiche ab“, sagt Schmid.

Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen war über die ganze Projektzeit partnerschaftlich. „Wir haben die durchgängige, direkte Betreuung durch ABM Greiffenberger sehr geschätzt“, wertet Stephan Schmid. „Auf Augenhöhe“ habe man geplant, getestet und optimiert. Über 60.000 Sinochron Motoren hat ABM seit 2009 an WITRON geliefert – und die Reise dürfte wohl noch nicht zu Ende sein.

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