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Wertstofftonne noch in dieser Legislaturperiode einführen

 

Berlin/Dessau – Der NABU hat sich für die rasche Einführung der Wertstofftonne ausgesprochen und an Bundesumweltminister Röttgen appelliert, so schnell wie möglich ein Wertstoffgesetz auf den Weg zu bringen und in dieser Legislaturperiode zu beschließen. Die Wertstofftonne soll der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack nachfolgen und neben Verpackungen auch andere Kunststoffe und Metalle aufnehmen.

Experten im Auftrag Röttgens haben jetzt aufgezeigt, dass durch Anpassung an den Stand der Technik in Sortier- und Aufbereitungsbetrieben erheblich mehr Abfall recycelt statt verbrannt werden kann. Die am Montag vom Umweltbundesamt erstmals vorgestellten Studienergebnisse zeigen, dass in Deutschland erheblich mehr Kunststoffe, Metalle und Verbunde recycelt werden können, wenn höhere Recyclingziele im zukünftigen Wertstoffgesetz festgelegt werden.

„Das geplante Wertstoffgesetz ist für den Investitionsstau in der Abfallwirtschaft der einzig mögliche Treiber. Große private und öffentlich-rechtliche Entsorgungsunternehmen liegen falsch mit der Annahme, dass sich die ökologischen Verbesserungen auch ohne ein baldiges Wertstoffgesetz einstellen werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Höhere Recyclingziele, so die Experten im Auftrag des Umweltbundesamtes, würden zu einem Aufrüsten bei den Sortier- und Aufbereitungsanlagen führen. Werden zusätzlich die bisherige Verpackungsentsorgung der Gelben Tonne, des Gelben Sacks oder der Wertstoffhöfe zu einer Wertstoffsammlung weiterentwickelt, bei der alle Kunststoffe und Metalle bundesweit einheitlich und haushaltsnah gesammelt werden, erhöht sich der Nutzen für die Umwelt weiter. Die Studienergebnisse zeigen, dass so nicht nur wertvolle Rohstoffe gespart werden können, sondern jährlich auch nahezu 750.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid vermieden werden können. Aus diesem Grund fordert der NABU eine schnelle Einführung des neuen Wertstoffgesetzes.

„Wenn die Natur mit dem Wertstoffgesetz geschützt werden kann und es für Verbraucher einfacher wird, nicht mehr nach Verpackung oder Nicht-Verpackung, sondern nach Kunststoff und Metall, also nach einzelnen Materialien und Stoffen zu sortieren, gibt es keine plausiblen Gegenargumente mehr, das Wertstoffgesetz zu verzögern – erst recht nicht für die dabei mitbestimmenden Bundesländer“, so NABU-Recyclingexperte Benjamin Bongardt. 

Für Rückfragen:

Dr. Benjamin Bongardt, Referent für Umweltpolitik, Tel. 030-284984-1619

Im Internet zu finden unter www.NABU.de

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