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10,3 Liter Hubraum und eine Lötlampe zum Starten

Lanz Bulldog
TÜV Rheinland AG Europa
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Lanz Bulldog

Bildquelle: TÜV Rheinland Group

  • Die FSP-Sachverständigen bewerteten einen restaurierten Lanz Bulldog D1506 von 1935 mit einem 10,3-Liter-Einzylindermotor und einem einzigartigen Startvorgang, der eine 30-minütige Vorwärmung mit einer Lötlampe erfordert.

  • Die Wertermittlung war komplex, da der Traktor mit Bauteilen des argentinischen Lizenznachbaus Pampa T01 restauriert wurde, die technisch identisch sind.

  • Die FSP kombiniert technisches Fachwissen und Archiv Kenntnisse, um den Marktwert und Zustand historischer Landmaschinen präzise zu bestimmen.

  • Das Leistungsspektrum der FSP umfasst neben modernen Nutzfahrzeugen auch seltene historische Maschinen, wobei tiefes Detailwissen für eine sachgerechte Bewertung essentiell ist.

 

  • Wertgutachten eines historischen Lanz Bulldog

  • hohe Kompetenz bei kleinsten Details

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Die Bau- und Landmaschinen-Sachverständige der FSP sind Spezialisten auf ihrem Gebiet. Sie arbeiten mit Leidenschaft und technischem Fachwissen daran, immer präzise Arbeit abzuliefern. Manchmal müssen sie auch einfach 30 Minuten Geduld und eine Lötlampe mitbringen, um ein Landmaschinen-Gutachten der ganz besonderen Art zu erstellen. FSP-Sachverständiger Andreas Bollmann stand vor kurzem vor einer nicht alltäglichen Aufgabe: Auf dem Gelände des Oldtimerhändlers Geisler Classics im thüringischen Rudolstadt sollte er den Marktwert eines echten Meilensteins der deutschen Landtechnik ermitteln: einen aufwändig restaurierten Lanz Bulldog D1506 aus dem Jahr 1935. Das Ergebnis zeigt nicht nur den hohen historischen und finanziellen Wert des Traktors, sondern unterstreicht auch das breite Leistungsspektrum und die Kompetenz der FSP-Bau- und Landmaschinensachverständigen.

Gigant der Agrargeschichte mit interessantem Startritual

Der am 1. Juli 1935 erstzugelassene Lanz Bulldog D1506 ist ein Paradebeispiel für den Maschinenbau der Vorkriegszeit. Unter der massiven Motorhaube arbeitet ein gewaltiger Einzylinder-Glühkopfmotor mit unglaublichen 10,3 Litern Hubraum, der eine Leistung von 35 PS entfaltet. Schiere Kraftentfaltung und das gewaltige Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen machen diesen Boliden damals wie heute zu etwas Besonderem, das auch ein versierter Gutachter nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

Eine bequeme Aufgabe war das Gutachten für Andreas Bollmann nicht: Zur damaligen Serienausstattung gehörten lediglich ein Rückwärtsgang, eine Getriebebremse und ein abnehmbares Lenkrad. Letzteres erfüllte einen doppelten Zweck: Es diente keineswegs nur dem Steuern der Vorderachse, sondern war das zentrale Werkzeug beim legendären Startvorgang. Und der ist alles andere als alltäglich.

Ein spontanes Umdrehen des Zündschlüssels gibt es bei diesem Glühkopf-Klassiker nicht. Bevor der Motor überhaupt seine ersten Umdrehungen macht, muss der Glühkopf an der Vorderseite mit einer Lötlampe rund 30 Minuten lang intensiv vorgeheizt werden. Erst wenn die Bauteile die richtige Betriebstemperatur erreicht haben, wird das Lenkrad abgenommen, seitlich an der Kurbelwelle angesetzt und der gewaltige 10,3-Liter-Motor per Hand Schwung für Schwung angeworfen, ein schweißtreibendes Spektakel, das technisches Verständnis und viel Fingerspitzengefühl erfordert, wie es jeder Gutachter bei der FSP im Bereich des Spezialgeschäftsbereiches Bau- und Landmaschinen mitbringen muss.

Man muss schon genau hinschauen

Für ein rechtssicheres und marktgerechtes Wertgutachten reicht ein oberflächlicher Blick auf die glänzende Lackierung so eines restaurierten Klassikers nicht aus. Genau hier liegt die Stärke der FSP-Sachverständigen. Bei der Besichtigung nahm Gutachter Andreas Bollmann die Historie und die Substanz des Fahrzeugs akribisch unter die Lupe. Dabei stieß er auf eine typische Besonderheit der Oldtimer-Szene: Der Lanz D1506 wurde unter Verwendung von Bauteilen eines so genannten „Pampa“ restauriert.

Der Pampa T01 ist ein argentinischer Lizenznachbau des Lanz Bulldog, der Anfang der 1950er Jahre in Südamerika gefertigt wurde. Technisch und konstruktiv sind der argentinische Pampa T01 und der deutsche Lanz Bulldog D1506 absolut identisch. Da originale Lanz-Ersatzteile aus den 1930er Jahren heutzutage auf dem Weltmarkt extrem rar und teils gar nicht mehr aufzutreiben sind, greifen Experten und Restauratoren für eine fachgerechte Instandsetzung gerne auf gut erhaltene Pampa-Komponenten zurück. Für den Sachverständigen bedeutete dies, den Spagat zwischen Originalität, historischer Detailtreue und dem Wertzuwachs durch die Restaurierung exakt zu bewerten. Dank fundierter Archiv- und Marktkenntnis konnte Andreas Bollmann den Zustand und den Marktwert des Schleppers präzise bestimmen.

FSP-Gutachter: Kompetenz im Detail

Der außergewöhnliche Einsatz in Rudolstadt macht deutlich: Das Portfolio der FSP-Experten reicht weit über standardisierte Schadengutachten oder Hauptuntersuchungen bei modernen Lkw, Omnibussen und Transportern hinaus. Ob moderne Nutzfahrzeug-Flotten, Spezialmaschinen, Baumaschinen, landwirtschaftliche Zugmaschinen oder seltene Nutzfahrzeug-Klassiker, die FSP deckt die gesamte Bandbreite ab.

„Jedes Nutzfahrzeug hat seine eigene Geschichte und seine eigenen technischen Eigenheiten“, erklärt Bau- und Landmaschinenspezialist Kay Dückert, bei der FSP verantwortlich für diesen Geschäftsbereich. „Gerade bei Wertermittlungen von historischen Schätzen wie dem Lanz Bulldog kommt es auf tiefes Detailwissen an. Wenn man die genaue Baugleichheit zwischen einem Lanz D1506 und einem Pampa T01 nicht kennt, kann man den Wert eines solchen Objekts kaum sachgerecht beurteilen. Unser Anspruch bei der FSP ist es, für jede Fahrzeugklasse – egal aus welchem Jahrzehnt – maximale Fachexpertise zu bieten.“

Quelle: TÜV Rheinland Group

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