2. Dezember 2025, 08:25
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Photovoltaik-Anlagen sind auf vielen deutschen Bauernhöfen verbreitet und liefern einen wichtigen Teil des Energiebedarfs.
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Der Rief-Hof im Westallgäu nutzt mehrere PV-Anlagen und strebt mit einer neuen großen Anlage vollständige Energieautarkie an.
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Zur Erhaltung der Leistung werden die PV-Module seit fünf Jahren eigenständig mit dem Kärcher iSolar-System und Hochdruckreinigern gereinigt.
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Die Kombination aus rotierenden Bürsten, Teleskoplanzen und speziellem Reinigungsmittel ermöglicht eine schonende und effektive Reinigung, die den Ertrag der Anlagen deutlich steigert.
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Die Reinigung erfolgt regelmäßig im Halbjahresrhythmus und nutzt vorhandene Hofgeräte, was eine wirtschaftliche und praktische Lösung darstellt.
Reinigung von Photovoltaik-Anlagen auf Bauernhöfen
Photovoltaikanlagen, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln, sind eine feste Größe auf vielen Bauernhöfen. Dabei sind die PV-Module oft auf Ställen oder Scheunen installiert. Dies nutzt die Flächen effizient und schützt die Module durch ihre Dachlage vor Beschädigungen. Lt. Statistischem Bundesamt verfügte 2023 jeder vierte landwirtschaftliche Betrieb in Deutschland über eine PV-Anlage, deren nachhaltig erzeugter Strom auf dem Hof genutzt oder gegen Entgelt ins öffentliche Netz eingespeist wird. Da sich der Stromertrag der Solarmodule durch Verschmutzung um bis zu 30 % verringern kann, ist es wichtig, die PV-Anlage regelmäßig zu reinigen. Mit dem richtigen Equipment geht dies problemlos in Eigenregie, wie das Beispiel eines Familienbetriebs im Westallgäu anschaulich zeigt.
Der Hof der Familie Rief liegt am Rande der zum Landkreis Lindau (Bodensee) gehörenden Gemeinde Opfenbach, die geografisch zur Voralpenlandschaft des westlichen Allgäus zählt. Hier, auf einer Höhe bis 800 m, gehen die Allgäuer Berge über in eine Landschaft mit Wildbächen, kleinen Wäldern und saftigen Wiesen. Typisch für die Region sind Streusiedlungen mit einzelnen Höfen oder kleineren Hofgruppen. Einer dieser Höfe ist der Rief-Betrieb, der seit den 1870er Jahren in Familienbesitz ist und in fünfter Generation von Ludwig Rief
(30) geführt wird. 2020 hat der Agrartechniker, der bewusst Tradition mit Modernität verknüpft und dabei neue Ideen wie eine eigene Biogasanlage oder einen Tierwohlstall nach Schweizer Vorbild und mit Aussichtsplattform für interessierte Besucher und Schulklassen umsetzt, den Hof von seinem Vater übernommen.
Schon lange bestimmt ein klares Wertesystem – bestehend aus Regionalität, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Tierwohl – die Abläufe auf dem Hof, der stabil auf mehreren Standbeinen steht.
80 ha Grünland, von dem das Heu für das Milchvieh kommt und 19 ha Wald, die nachhaltig genutzt werden, runden das Portfolio des Rief-Hofes ab, der neben dem Milchvieh, dem Zuchtbetrieb von Muttersauen sowie der Schweinemast auf einer vierten Säule steht: Es geht dabei um die energieautarke Versorgung des Betriebs – ein Projekt, das bereits vor knapp 20 Jahren mit der Inbetriebnahme der ersten Photovoltaik-Anlage auf dem bisherigen Schweinestall (Kapazität: 205 kWP) gestartet wurde. Vor acht Jahren folgte die Installation einer zweiten PV-Anlage (70 kWP) auf dem Dach eines neuen Scheunen- und Werkstattgebäudes. „Die beiden Anlagen liefern rund 25 % unseres Strombedarfs“, so Rief. „Für einen Quantensprung sorgte unsere moderne Biogasanlage, mit der wir seit zwei Jahren unsere Gülle verstromen. Noch müssen wir etwas Reststrom zukaufen, werden aber mit einer neuen 450 kWP-starken PV-Anlage, die auf dem neuen Tierwohlstall installiert wird, den Durchbruch und völlige Energieautarkie schaffen!“
Volle Leistung der PV-Anlagen – Reinigung mit Hochdruckreiniger und dem iSolar-System
Um die PV-Anlagen auf Leistung zu halten, werden die Solardächer auf dem Rief-Hof seit fünf Jahren regelmäßig in Eigenregie gereinigt. Dabei kommt das Zubehör „iSolar“ zum Einsatz, mit dem Kärcher seine professionellen Hochdruckreiniger (ab einer Fördermenge von 700 l/h) fit für die Reinigung von sensiblen Solarmodulen gemacht hat. Herzstück des iSolar-Baukastens sind rotierende Bürsten, die vom Wasser des Hochdruckreinigers im Niederdruck-Betrieb angetrieben werden. Befestigt sind die iSolar-Bürsten, deren kratzfreie Nylon-Beborstung einen schonenden Umgang mit den empfindlichen Oberflächen der PV-Module sicherstellt, an Teleskoplanzen, die sich stufenlos auf eine Länge von bis zu 14 m ausziehen lassen. Mit den Auslegern, die aus stabilem und leichtem Carbon bzw. Carbon-Verbundstoff gefertigt sind, lassen sich große Solarflächen problemlos bis in den letzten Winkel reinigen – wobei in der Regel ein Bediener reicht.
Für das iSolar-System entschied sich Ludwig Rief nach einem Besuch des Kärcher-Standes auf der Messe Agritechnika 2019. In praktischen Anwendungen demonstrierte Kärcher, wie sich über die Kombination von Hockdruckreinigern, die in fast allen landwirtschaftlichen Betrieben zum Hof-Inventar zählen, mit Komponenten aus dem iSolar-Baukasten im Handumdrehen ein wirtschaftlich attraktives Komplettsystem zur professionellen Reinigung von PV-Anlagen im ‚Do-it-Yourself‘-Verfahren schaffen lässt. Wie wichtig gerade Agrarbetriebe als Zielgruppe sind, zeigt sich daran, dass das iSolar-System von der DLG e.V. (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.) geprüft und zertifiziert ist. Auf der Messe traf Ludwig Rief den Kärcher-Mitarbeiter Wolfgang Holzwarth, der als Senior Specialist im Produktmanagement Hochdruckreiniger von der Kärcher Zentrale in Winnenden weltweit nach innovativen Marktnischen für die Kärcher-Systeme sucht und einer der Miterfinder von iSolar war. Spontan sagte Holzwarth zu, für die iSolar-Einweisung nach Opfenbach zu kommen.
Initialreinigung mit Kärcher-Profi vor Ort
Die Auftaktreinigung fand im Frühjahr 2020 statt. Die Herausforderung war, der starken Verschmutzung der beiden PV-Anlagen, aus der Ertragseinbußen von bis zu einem Drittel resultierten, möglichst schnell und effektiv Paroli zu bieten. Auf Anraten von iSolar-Profi Holzwarth, der unter Einhaltung erster Coronavorgaben vor Ort war und die versprochene Einweisung im Freien und mit gebührendem Abstand durchführte, wurde entschieden, zum Einstieg eine intensive Grundreinigung vorzunehmen. Um hartnäckige Verschmutzungen wie Vogelkot, Pollen und Ruß sowie mineralische Rückstände auf den PV-Modulen schneller zu beseitigen, kam bei der Initialreinigung mit dem biologisch abbaubaren RM 99 ein Reinigungsmittel zum Einsatz, das Kärcher gezielt für die rückstandslose Reinigung von Solaranlagen und Glasflächen konzipiert hat. An Stelle eines Kaltwasser-Hochdruckreinigers, der in der Regel für die Versorgung des iSolar-Systems zuständig ist, stand bei der Auftaktaktion ein leistungsstarkes Heißwassergerät von Kärcher (Fördermenge: max. 1.000 l/h) im Mittelpunkt, mit dem sich das RM 99 über ein Ansaugsystem passgenau dem in der robusten Axialpumpe auf Hochdruck gebrachten iSolar-Wasser zudosieren ließ. Um die Reinigungsleistung zu verbessern, wurde das Wasser im Brennerkessel des Heißwassergeräts, das normalerweise auf dem Rief-Hof bei der Stallhygiene Dienst tut, leicht auf 30 °C erwärmt. Eine Besonderheit von RM 99 ist, dass sein Einsatz kein separates Nachspülen erfordert.
Bevor es mit der Reinigung losging, wurden noch einmal sämtliche Komponenten des iSolar-Sets, das gezielt für die PV-Reinigung in Opfenbach konfiguriert wurde und sich bis heute bewährt hat, ins Visier genommen. Gezeigt wurde, wie die iSolar 800-Doppelbürsten (Arbeitsbreite: 80 cm) über ein stabiles 360°-Drehgelenk mit der 10 m langen Teleskoplanze, die auf die Größe der zu reinigenden Anlage einstellbar ist, zu einem effektiven Reinigungssystem verknüpft wird. So wird ein bequemes Arbeiten in jeder Position ermöglicht. Erklärt wurde der ergonomisch geformte Handgriff mit Kugelhahn, über den sich der Wasserzufluss und damit der Niederdruck-Betrieb der iSolar-Bürsten komfortabel steuern lässt. Teil der Einweisung waren praktische Tipps – etwa, den Wasserzulauf bei Beginn über den Kugelhahn gezielt zu erhöhen, so dass ein Wasserfilm – quasi als Gleitschicht – entsteht, durch den sich die Bürsten leichter auf dem Untergrund bewegen lassen.
Bequemes Arbeiten und iSolar-Reinigung als Volltreffer
Als besonders einfach erwies sich die iSolar-Reinigung der rund 600 m2 großen, knapp 20 Jahre alten PV-Anlage auf dem relativ niedrigen Schweinestall, die nach zwei Stunden erfolgreich beendet war. Mühelos konnte das über den mobilen Hochdruckreiniger versorgte iSolar-Doppelbürsten-System, das inkl. Carbon-Lanze mit dem innengeführten Hochdruckschlauch und Kugelhahn gerade mal elf Kilo wiegt, per Hand von unten auf das Solardach aufgelegt werden. Auch das eigentliche Reinigen, bei der die gesamte PV-Fläche in Bahnen systematisch mit den an der Teleskoplanze fixierten iSolar-Doppelbürsten bearbeitet wird, erfolgte sicher und bequem von unten – mit beiden Beinen fest auf der Erde. Wesentlich erleichtert wurde das Hantieren mit der 10 m langen Lanze durch das gegenläufige Rotieren der beiden Bürsten, was dazu führt, dass das iSolar-System beim Hochschieben und Runterfahren auf der PV-Fläche nicht abdriftet, sondern auf Kurs bleibt.
Etwas aufwendiger – aber nach dem gleichen Schema – gestaltete sich die iSolar-Reinigung der kleineren PV-Anlage auf dem Werkstatt- und Scheunengebäude. Hier sind die PV-Module auf einem wesentlich höheren Dach (Traufenhöhe: 5 m) installiert. „Dies ist an sich kein Ding, erfordert allerdings einen iSolar-Einsatz in luftiger Höhe, bei dem ein Arbeitskorb notwendig ist“, so Rief.
„Mit der iSolar-Reinigung haben wir einen Volltreffer gelandet und den Ertrag unserer PV-Anlagen wieder messbar auf Kurs gebracht“, fasst der Hof-Chef das Ergebnis der cleveren Zusatznutzung der auf dem Hof ohnehin vorhandenen Hochdruckreinigungsgeräte zusammen. Um Verschmutzungen und damit neuerlichen Einbußen vorzubeugen, werden die Solaranlagen routinemäßig im 6-Monats-Rhythmus gereinigt. “Dabei kommen unsere leistungsstarken Kaltwassergeräte zum Einsatz, die sich mit ihrem geringeren Gewicht noch schneller in Position bringen lassen und – nicht zuletzt dank der guten Qualität unseres Zisternenwassers – eine rückstandsfreie PV-Reinigung auch ohne Reinigungsmittel ermöglichen.“
Quelle: Alfred Kärcher SE & Co. KG