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Goodyears Engagement im Truck Racing

Seit 2004 produziert und liefert Goodyear die Rennreifen für alle Teilnehmer der FIA European Truck Race Championship. 2016 wurde die exklusive Reifenpartnerschaft für weitere drei Jahre verlängert. Das derzeit eingesetzte Modell ist der „Truck Racing Tire“ von Goodyear in der Größe 315/70 R 22.5, der eigens für diese Motorsportrennserie entwickelt wurde. Er ist das Ergebnis umfangreicher Tests in den Goodyear-Labors und auf der Rennstrecke. Die technischen Anforderungen an den Einsatz beim Lkw-Rennen erfüllt er ebenso wie alle aktuellen Qualitätsstandards für Goodyear Produkte sowie die ECE 117 Zulassungsanforderungen an Lkw-Reifen hinsichtlich Rollwiderstand, Nasshaftung und Abrollgeräusch.

Die Anfänge

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Im Jahr 2003 fragten die Organisatoren des European Truck Racing Cup bei Goodyear an, ob man den European Truck Racing Cup unterstützen und Reifen für alle Teilnehmer liefern wolle. Goodyear sagte damals zu, unter anderem, um neue Technologien zu testen, die in die zukünftige Entwicklung der Serienprodukte einfließen.

Im Rahmen eines Dreistufenplans kreierte der internationale Reifenhersteller den ersten Lkw-Renn- Pneu. In Phase eins wurde zunächst lediglich die Profiltiefe des Standard-Lenkachsreifens Marathon

LHS 315/70 R 22.5 reduziert, um das Produkt rennsporttauglich zu machen. Anschließend entwickelte man eine spezielle Gummimischung, um eine bessere Haftung bei nassen und trockenen Bedingungen auf der Rennstrecke zu erzielen. Gleichzeitig wurden die Verschleißeigenschaften verbessert, um die Nutzungsdauer zu maximieren und die Kosten für die teilnehmenden Teams niedrig zu halten.

Der so entstandene Reifen zeigte im Rennsport gute Leistungen; die dritte Entwicklungsphase begann. Dabei wurde ein spezielles Profil gestaltet und eine Heizform für die Produktion erstellt. Nach weiteren Auswertungen ging der Reifen mit dem Namen „Goodyear Marathon RHS-RC“ im Jahr 2004 in Produktion und war im Praxiseinsatz sehr erfolgreich. Mit Beginn der Saison 2006 führte Goodyear einen neuen Reifen mit ausgesprochen hoher Performance ein, der den Namen „Goodyear Truck Racing“ erhielt. Aufbau, Gummimischung und Lauffläche dieses Pneus wurden speziell an die hohen Temperaturen und Geschwindigkeiten sowie die extremen Bedingungen auf der Rennstrecke angepasst. Der Reifen bot gute Verschleißeigenschaften und exzellenten Grip unter allen Bedingungen sowie konstante Eigenschaften über die gesamte Renndauer. Er verfügte über die gleiche Karkasse wie der Goodyear Regional RHS 315/70 R 22.5, zur damaligen Zeit der aktuelle Lkw-Straßenreifen. Seine Leistungsfähigkeit wurde weiter verbessert, vor allem, um das Risiko einer Überhitzung zu reduzieren und die Quersteifigkeit zu erhöhen. Eine spezielle Gummimischung und eine besondere Lauffläche verbesserten die Bodenhaftung. Auch dieser Reifen entsprach den hohen Qualitätsanforderungen, die Goodyear an alle seine Produkte stellt, ebenso wie den ECE 117 Zulassungsanforderungen an Lkw-Reifen hinsichtlich Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräusch.

Forschung und Entwicklung

Nachdem die Entscheidung gefallen war, die Rennserie FIA European Truck Race Championship zu unterstützen, wurden umfangreiche Tests durchgeführt, um die Prototypen zu validieren. Dazu gehörten ein Footprint-Test, ein UNECE-R54-Dauertest sowie High-Speed- und Goodyear-eigene Qualitätstests, die im Labor des Goodyear Innovation Centers in Luxemburg durchgeführt wurden. Verschleiß und Haltbarkeit sowie Fahrverhalten und Handling wurden auf einer Rennstrecke und auf der Goodyear-Teststrecke erprobt. Darüber hinaus wurde der Rennreifen mit Hilfe der Finite- Elemente-Methode (FEM) unter verschiedenen Bedingungen hinsichtlich Tragfähigkeit, Luftdruck und Sturzwinkel entwickelt.

RFID-Technologie

Seit 2011 ist jeder „Goodyear Truck Racing“-Reifen mit RFID-Chips ausgestattet. Die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) nutzt die sogenannte „Chip-in-Tire“-Technologie, um die Reifen zu identifizieren und um sicherzustellen, dass sich alle Teams an die Regularien halten. Der Mikrochip, der während des Produktionsprozesses im Reifen platziert wird, gibt jedem Rennreifen ein eigenes Gesicht. Er enthält reifenbezogene Daten sowie einen individuellen Identitäts-Code.

Das Wichtigste: Die Lauffläche

Ein Race-Truck wiegt mindestens 5,5 Tonnen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Unter diesen extremen Bedingungen ist die Reifentechnologie entscheidend für die Leistung des Trucks. Die aktuellen Rennreifen von Goodxyear basieren auf der Karkasse des Standardreifens in Größe 315/70 R 22.5, die so angepasst wurde, dass sie besonders stabil und widerstandsfähig ist. Insbesondere gilt es hierbei, die Leistung zu verbessern, das Risiko einer Überhitzung zu vermeiden und die Seitensteifigkeit zu erhöhen. Doch vor allem ist es die Lauffläche, die im Lkw-Rennen eine wichtige Rolle spielt. Sie sorgt für guten Grip auf nasser und trockener Fahrbahn und stellt eine gleichbleibende Performance sicher – unabhängig von den unterschiedlichen Temperaturen und Streckenbedingungen in den acht verschiedenen Austragungsländern der Truck Racing Europameisterschaft. Die Reifenschultern sind speziell für die vielen Kurvenfahrten asymmetrisch angelegt und sorgen damit für eine hohe Stabilität. Umlaufende Rillen in der Lauffläche sowie die spezielle Gummimischung bringen gute Traktion und gleichbleibende Reifeneigenschaften bei gleichzeitig geringem Verschleiß.

Distribution der Rennreifen

Die Distribution der Reifen übernimmt die TRO (Truck Racing Organisation). Die Teams bestellen ihre Reifen über deren offizielle Webseite oder auf der Rennstrecke, wo die TRO die Reifen montiert. Die Organisation kümmert sich auch um die Lagerung und den Transport der Pneus zur Rennstrecke. Um sicherzustellen, dass kein Team bevorteilt wird, werden die Pneus vor jedem Rennen ausgelost. Bei ausreichendem Lagerbestand können die Reifen vor Ort auch gekauft werden. Zusätzlich liefert die TRO Goodyear-Rennreifen für Tests und nationale Truck-Racing-Serien. Bei jeder Veranstaltung führt ein engagiertes Team der TRO die Montage in einem speziell ausgestatteten Servicebereich durch. Das Reifenmanagement wird durch die RFID-Technologie unterstützt – so kann die FIA sicherstellen, dass sich alle Teams an die Regularien halten.

Quelle: Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH