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Mehr Leistung bei geringerem Verbrauch: Mittlere und kleine Traktoren setzen auf Oberklassefunktionen

Steigender Wohlstand in den Schwellenländern und der Boom bei nachwachsenden Rohstoffen treiben seit fast einem Jahrzehnt die weltweite Nachfrage nach land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzen wird. Dabei prägen zwei Trends neue Maschinenkonzepte: Hersteller übertragen Funktionen, die bislang vor allem im gehobenen Segment zum Einsatz kamen, auf das mittlere und untere Leistungssegment. Diese Entwicklung ist aus dem Automobilbereich bekannt: Dort wurde das Antiblockiersystem ABS zunächst bei großen Reiselimousinen eingeführt, heute ist nahezu jeder Kleinwagen damit ausgerüstet. Gleichzeitig hält der Druck an, die verschärften Abgasgrenzwerte einzuhalten und den Kraftstoffverbrauch zu senken.

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Die Agritechnica 2013 zeigt, dass immer mehr Traktorhersteller auch im mittleren und unteren Leistungssegment auf moderne elektrohydraulische Lösungen setzen, die bislang der Oberklasse vorbehalten waren. Das gilt beispielsweise für doppelt wirkende elektrohydraulische Hubwerksregelungen und Load-Sensing-Systeme. Sie verbessern die Effizienz der Bodenbearbeitung, erhöhen die Sicherheit und senken gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch und damit die Abgasemissionen. Traktorhersteller erweitern ihr Portfolio konsequent um Komponenten und Systemlösungen, die speziell auf den Volumenmarkt abgestimmt sind. So können die Hersteller solche Funktionen jetzt auch in kleinere Modelle wirtschaftlich integrieren.

Elektrohydraulische Hubwerksregelung für einfache Traktoren

So stehen die Baugruppen für die doppeltwirkende elektrohydraulische Hubwerksregelung (EHC) nun auch für mittlere Traktoren zur Verfügung. EHC verbessert die Bodenbearbeitung und reduziert den Schlupf der Antriebsräder. Das Ergebnis: Höherer Bedienkomfort und Effizienz bei gleichzeitig deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch. Untersuchungen haben gezeigt, dass damit ausgerüstete Traktoren bis zu 25 Prozent weniger Schlupf aufweisen.

Auch für die unteren Leistungsklassen bis 80 PS, weltweit die meist verkaufte Leistungsklasse, hat Bosch Rexroth eine auf die besonderen Anforderungen der Emerging Markets ausgelegte Systemlösung für eine elektrohydraulische Hubwerksregelung entwickelt. Ab 2014 rüstet ein führender indischer Hersteller erstmals Traktoren serienmäßig damit aus. Diese EHC-Variante für Fahrzeuge ohne Kabine und mit hoher Staubbelastung ist besonders robust ausgelegt.

Bei kleineren Traktoren mit höherem technischen Ausrüstungsgrad erreicht eine bedarfsgeregelte Leistungserzeugung erhebliche Verbrauchsvorteile. So stehen jetzt Axialkolben-Verstellpumpen für Traktoren ab 50 PS zur Verfügung, die Load-Sensing-Systeme ermöglichen. Auch bei den Fahrantrieben erschließen neue hydrostatische Kompakteinheiten den Einsatz moderner Leistungsverzweigungsgetriebe bei geringen PS-Stärken. Die Vielzahl der neuen Komponenten und Systemlösungen beschleunigt den technischen Fortschritt in allen Traktorklassen.

Weitere Fortschritte erfordern Gesamtbetrachtung des Systems

Um alle Potenziale für einen geringeren Kraftstoffverbrauch und damit geringere Abgasemissionen zu erreichen, vernetzen die Fahrzeughersteller die Mobilhydraulik eng mit allen weiteren motornahen Systemen. Welche Abhängigkeiten dabei bestehen, verdeutlicht ein 1:1-Funktionsmodell auf dem Messestand von Bosch Rexroth während der Agritechnica. Es zeigt die Vielzahl an Komponenten, die den Kraftstoffverbrauch beeinflussen: Vom Dieselmotor mit Abgasnachbehandlung über mechanische Getriebe für den Fahrantrieb bis hin zu den verschiedenen System- und Hybridlösungen der Hydraulik.

Dabei beeinflussen sich die einzelnen Module gegenseitig. Weitere Fortschritte beim Kraftstoffverbrauch und geringeren Emissionen erreichen Fahrzeughersteller nur bei einer Gesamtbetrachtung des Systems und der gegenseitigen Abhängigkeiten der einzelnen Baugruppen. Bei dieser komplexen Aufgabe greifen sie immer häufiger zurück auf das Know-how der Bosch-Gruppe, welche als einziger Hersteller die Technologiefelder Motorelektronik, Abgasnachbehandlung und Mobilhydraulik unter einem Dach vereint.

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Bei Bosch Rexroth fließt dieses Know-how in die Entwicklung neuer und die Optimierung bereits bestehender Lösungen konsequent mit ein. Im Rahmen der Rexroth 4EE-Systematik (Rexroth for Energy Efficiency) ist das „Energy System Design“ – also die Fokussierung auf den tatsächlichen Energiebedarf – einer der vier zentralen Hebel, die bei allen Entwicklungsaktivitäten im Vordergrund stehen. Die weiteren drei Hebel vervollständigen die 4EE-Systematik, welche den Herstellern hilft, ihre Maschinen bei effektivem Energieeinsatz optimal zu nutzen: „Efficient Components“ beschreibt die Erhöhung des Wirkungsrads und optimale Nutzung der Energie durch energieeffiziente Komponenten. „Energy Recovery“ bezieht sich auf die Speicherung bislang ungenutzter Energien, um sie später einzusetzen, während „Energy on Demand“ eine optimale Bedarfsregelung beispielsweise durch Abschaltung von nicht benötigten Komponenten zum Ziel hat und so häufig besonders hohe Energieeinsparungen ermöglicht.

Kontakt für Journalisten:

Bosch Rexroth AG

Manuela Keßler

97816 Lohr am Main

Tel.: +49 9352 18-4145

Fax: +49 711 811 517-2107

manuela.kessler@boschrexroth.de

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