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Renault Trucks setzt auf Elektrifizierung: Nachhaltigkeit und Innovation im Baugewerbe

Daniel Nittel, Energy Transition Specialist bei Renault Trucks
LECTURA GmbH Europa
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Daniel Nittel, Energy Transition Specialist bei Renault Trucks

Bildquelle: Renault Trucks

Hören Sie unser Live-Gespräch mit Ausstellern, diesmal mit Daniel Nittel von Renault Trucks.

 
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[00:00:00]

AG: Guten Tag zusammen, mein Name ist Adina Ganser, ich vertrete heute Lectura Press. Es ist Mittwoch, der 15. Mai und ich freue mich, den Herrn Daniel Nittel von der Renault Trucks, welcher ein Teil der Volvo Group ist, bei mir begrüßen zu dürfen. Hallo!

DN: Grüß Sie.

[00:00:16]

AG: Herr Nittel, würden Sie sich bitte einmal kurz vorstellen und was Renault Trucks im Allgemeinen macht?

DN: Hallo, mein Name ist Daniel Nittel. Ich bin Energy Transition Specialist bei Renault Trucks. Ich beschäftige mich mit der Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen. Wir haben uns der Dekarbonisierung der Nutzfahrzeuge verschrieben und wollen gerne mit unseren elektrischen Lösungen den Kunden den Umstieg auf nachhaltige Transportlösungen bieten.

[00:00:52]

AG: Wie hat sich die Einführung von vollelektrisch Renault LKWs auf Baustellen und auf den ökologischen Fußabdruck und die Nachhaltigkeit von Bauprojekten ausgewirkt?

DG: Unsere Medium Duty Baureihe E-Tech D und D-Wide haben wir mittlerweile seit fast einem halben Jahrzehnt als Serienfahrzeug im Einsatz. Das heißt, wir haben damals angefangen im Verteilerverkehr innerstädtisch Anwendungen von Auslieferungen zu elektrifizieren, seitdem haben wir natürlich viele Erfahrungen sammeln können und somit unsere Produkte weiterentwickelt. Dadurch konnten wir Stück für Stück Anwendungsbereiche hinzunehmen, die einfach schon elektrisch darstellbar sind.

Wir haben zum Beispiel, wenn man in Richtung Recycling denkt, mittlerweile sehr positive Erfahrungen mit unseren Abrollern und Absetzern gemacht, wenn es Richtung Baustoffrecycling, leichtes Baustoffrecycling geht. Da wollen wir aber nicht aufhören. Für uns geht es auch weiter in der Baustelle, in der Elektrifizierung der Baustelle, mit zum Beispiel Anwendungen wie Kippern, Dreiseitenkipper oder auch Hubarbeitsbühnen, die wir mittlerweile auf unseren elektrischen Fahrzeugen dargestellt haben.

[00:02:07]

AG: Welche Herausforderungen mussten bei der Einführung von vollelektronischen Renault-LKW auf Baustellen gemeistert werden, insbesondere im Hinblick auf die Ladeinfrastruktur und die Leistung der Fahrzeuge?

DN: Einsteigen möchte ich mit der Leistung der Fahrzeuge, weil uns bewusst ist, dass gerade in der Baustelle oder im Baustellenbereich der LKW nicht nur als Transportmittel, sondern auch als Arbeitsmaschine dient. Das heißt, wir sprechen häufig von Zusammenspiel von LKW-Herstellern als auch Aufbauherstellern, wo wir Energie für verschiedene Aufbauten bereitstellen müssen, was neu gedacht werden muss, wenn man von elektrischen Nutzfahrzeugen spricht.

Da konnten wir viel Know-how aufbauen und Erfahrungen sammeln und haben auch mittlerweile mit unseren Produkten ein paar passende Lösungen, um möglichst viele oder nahezu alle Anwendungen darstellen zu können. Unsere E-TECH-D, D-Wide, habe ich vorher schon gesagt, die wir schon seit Jahren in Serie produzieren, aber jetzt auch im Heavy-Duty-Bereich mit unserer Baureihe E-TECH-T, aber auch mit dem E-TECH-C, der explizit für die Baustelle ausgelegt ist, wo wir das Produktportfolio nach oben vervollständigen, aber auch im Bereich nach unten Richtung Transporter, wenn wir an Handwerker oder Transportanwendungen denken, mit unserer Baureihe E-TECH-TRAFFIC oder dem E-TECH-MASTER, wo wir einfach jetzt Full-Range 100 % Elektro darstellen können und so die Leistungen der Anforderungen der Baustelle gerecht werden können.

Das Thema Ladeinfrastruktur ist natürlich dann der ganz entscheidende Punkt für uns. Da gibt es zwei große Beobachtungen oder zwei unterschiedliche Herangehensweisen. Einerseits öffentliche Ladeinfrastruktur, wo wir natürlich auch ein sehr gespanntes Auge draufhaben, aber wo wir optimistisch sind, dass da in naher Zukunft auch viel Bewegung passieren wird, gerade wenn es um explizite LKW-Ladeinfrastruktur geht. Der zweite Punkt ist dafür aber Laden über Nacht, Laden im Depot, Laden an meinem eigenen Betriebshof, wo wir unseren Kunden gemeinsam auch anbieten wollen, im Zuge unseres 360-Grad-Ansatzes Beratungsleistungen zur Verfügung zu stellen.

Zu sagen, wie muss meine Ladestrategie aussehen, dass mein Einsatz gewährleistet ist, welchen Leistungsbedarf habe ich heute, welchen Leistungsbedarf habe ich in fünf Jahren. So wollen wir gemeinsam mit unseren Spezialisten die richtige Ladeinfrastruktur für unsere Kunden auswählen, um den Einsatz zu gewährleisten.

[00:04:53]

AG: Welche Vorteile bieten vollelektrische Renault LKW im Vergleich zu herkömmlichen Diesel- oder Benzinmodellen in Bezug auf Betriebskosten, Wartung und Zuverlässigkeit auf Baustellen?

DN: Grundsätzlich ist es natürlich so, dass wir auch ein hohes Interesse an und der Uptime, der Performance unserer Fahrzeuge haben. Das heißt, das Thema Zuverlässigkeit und Wartung ist bei uns einerseits durch Spezialisten abgedeckt, die sich bestens mit den Fahrzeugen auskennen, aber auch durch unser Service- und Werkstattnetz, das vorbereitet ist auf unsere E-Tech-Fahrzeuge.

Zum Thema Betriebskosten ist eine Pauschalaussage relativ schwierig, weil es sehr individuell für die jeweiligen Kunden ist, wo wir aber auch unterstützen können mit TCO-Betrachtungen, also Gesamtkosten-Bilanzierungen für den Kunden, wo einfach ganz viele Faktoren mittlerweile mit herein spielen. Einerseits natürlich der größte Punkt, an dem man da denkt, sind die Stromkosten, die einen Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten haben, aber auch Kostenersparnisse durch Vergünstigungen bei der Maut, Steuervorteile, auch der Quotenhandel mit CO2-Zertifikaten spielen natürlich positiv in die Betriebskosten mit rein. All diese Punkte individuell, je nach Anwendung und Umfang des Kunden, können wir in Gesamtkostenbilanzen dann für den Kunden erarbeiten.

[00:06:20]

AG: Wie wurden die Bedenken hinsichtlich der Reichweite und der Ladezeit auf Baustellen berücksichtigt und gelöst, um die Effizienz von Bauprojekten nicht zu beeinträchtigen?

DN: Grundsätzlich sind uns die Bedenken der Reichweite bekannt. Ich würde sagen, das ist unsere tägliche Arbeit, diese Bedenken anzugehen und zu beweisen, dass es nicht so ist. Dafür haben wir zwei große Bausteine. Einerseits Simulationen, wir haben Simulationstools, wo wir auch wieder dem Kunden zur Seite stehen, indem wir möglichst genau die Anwendung nachbauen in einem Tool, wo wir möglichst viele Einflussfaktoren mit einbeziehen wollen.

Da geht es um Topografie, Nutzlastverhalten, aber auch um Temperatur, was passiert bei extremen Temperaturumgebungen, um eine möglichst gute Reproduzierbarkeit der Praxisanwendungen zu haben. Das heißt, desto genauer ich natürlich meine Werte eingebe, desto repräsentativer ist das Ergebnis dann auch mit der Praxis. Mit dieser Simulation kriegt man schon mal einen sehr guten Anhaltswert, ist meine Anwendung überhaupt elektrifizierbar oder nicht. Der zweite große Baustein, den wir dann immer haben, sind Testeinsätze, Demo-Einsätze.

Wir haben eine relativ große eigene Demo-Flotte mit relativ vielen verschiedenen Aufbauten und für verschiedene Anwendungen, wo wir den Kunden die Möglichkeit ergeben, solche Fahrzeuge einfach mal zu testen. Noch nicht jeder hat Erfahrungen in elektrischen Nutzfahrzeugen, vielleicht einige Vorerfahrungen aus elektrischen Pkw. Das ist dann aber doch noch mal ein anderer Wow-Effekt, wenn die Fahrer aus unseren elektrischen E-Tech-Baureihen aussteigen.

[00:08:28]

AG: Welche Innovationen und künftigen Entwicklungen plant Renault Trucks, um die Leistung und Vielseitigkeit von vollelektrischen Fahrzeugen auf Baustellen weiter zu verbessern und den Anforderungen der Bauindustrie gerecht zu werden?

DN: Die Produktentwicklung wird immer weiter gehen. Wenn wir jetzt noch einmal Richtung Vergangenheit schauen, haben wir vor fünf Jahren, mit einem Rad, zwei Radstätten, angefangen bei gewissen Baureihen und mittlerweile ein richtig breites Radstandportfolio, wo man einfach sieht, die Entwicklung dieser Technologie ist nicht mehr aufzuhalten.

Auch ist jetzt am Beispiel Radstand festgemacht. Das geht aber auch um Weiterentwicklungen, um die Fahrzeuge effizienter zu bewegen. Batterietechnologie, verschiedene Fahrzeugkonfigurationen, die eben auch dann für die Baustelle notwendig sind, werden sicherlich noch folgen. Innovation hört sich so an, als müssten wir noch warten, bis wir loslegen könnten. Mittlerweile sind wir an dem Stand, dass wir durch unsere komplette Produktpalette die Fahrzeuge zur Verfügung haben und die Fahrzeuge auch heutzutage schon im Einsatz funktionieren. Daher würde ich sagen, es gibt eine Weiterentwicklung. Die Innovation ist schon passiert.

AG: Und damit wäre unser heutiges Interview auch schon beendet. Vielen Dank für Ihre Zeit.

DN: Danke.

Quelle: LECTURA GmbH

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