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Standfest, kostengünstig und umweltgerecht

Schlanke, aber massive Stützscheiben aus Erdbeton, rationell erstellt aus vorhandenem Boden und einer Zementsuspension, können wirksame Elemente zur Hangsicherung bilden. Ein Praxisbeispiel des Unternehmens Schönberger Bau im hessischen Wettenberg beweist: Das vielfach erprobte HZV-Verfahren erfüllt alle statischen Anforderungen und ist ökonomisch wie ökologisch wertvoll.

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Ende Mai 2018 sorgte in der hessischen Gemeinde Wettenberg ein Unwetter mit Starkregen für eine Hangrutschung an zwei Abschnitten der Wetzlarer Straße. In einem geotechnischen Prüfbericht empfahl später die Ingenieurgesellschaft Lenz & Gast mbH (ILG) aus Gießen, die talseitigen Böschungen in zwei Teilbereichen von rund 130 bzw. 70 m Länge und mit 8 – 10 bzw. 5 – 6 m Böschungshöhe zu sanieren. Ansonsten ließe sich nicht ausschließen, dass starke Niederschläge erneut gefährliches Schicht-, Hang- oder Sickerwasser erzeugen würden. Gegen einen dadurch ausgelösten Gelände- bzw. Böschungsbruch waren laut Berechnungen der ILG die untersuchten Hangquerprofile nicht standsicher genug. Zur langfristigen Stabilisierung der Böschungen wurde die Herstellung eines mit Ankern und Krallplatten fixierten Drahtgeflechts plus Erosionsschutzmatte empfohlen.

Eine solche Vorgehensweise schrieb dann auch die Gemeinde Wettenberg aus, ließ jedoch neben entsprechenden Hauptangeboten auch Nebenangebote mit alternativen Verfahren zu. Den Zuschlag erhielt schließlich die Schönberger Bau GmbH aus Zenting (Bayern) – und zwar genau mit einem solchen Nebenangebot, nämlich der Erstellung von Erdbetonstützscheiben im bereits vor mehreren Jahrzehnten von Schönberger entwickelten Hydrozementations-Verfahren (HZV).

Verfahren fast ohne Massentransport

Ausgeführt wurden die Arbeiten im Zeitraum von Februar bis Mai 2019. Konkret sah das Sanierungskonzept die Erstellung von jeweils 2 m dicken Erdbetonscheiben mit jeweils 6 m Achsabstand vor, die ein Randbalken entlang des Straßenrandes verbindet und abschließt. Zwischen den Stützscheiben eingebaute Rigolen nehmen Sickerwasser auf und führen es unter den Hangfuß ab. Der Einsatz des HZV-Verfahrens in Nahaufnahme: Ein Hydraulikbagger gräbt vom Hangfuß aus alle sechs Meter einen 2 m breiten, stufenartigen Einschnitt in die Hangfläche. Das ausgebaggerte Material wird am Hangfuß per Baggerlöffel mit einer Zementsuspension vermengt, die in einer mobilen Mischanlage entsteht und durch einen Druckschlauch zur Baustelle gepumpt wird. Der vor Ort (in situ) hergestellte Erdbeton wird sofort wieder in den Hangkörper eingebaut und erreicht innerhalb von 28 Tagen seine Endhärte. Sie wird an regelmäßig erstellten Probekörpern nachgewiesen.

Ein Bestandteil des Hangsanierungs-Konzepts von Schönberger Bau in Wettenberg war auch der Einbau von Rigolen zwischen den Erdbetonscheiben. In ihnen kann Regenwasser gefahrlos zum Hangfuß abfließen. Nach einer Oberflächenvermörtelung der betroffenen Hangpartien und der Straßenbankette war das Sanierungsverfahren abgeschlossen.

Ökonomische und ökologische Vorteile

„Besonders der wirtschaftliche Aspekt“, berichtet Kai Mandler, Fachbereichsleiter im Bauamt der Gemeinde Wettenberg, „spielte eine Rolle bei unserer Entscheidung für das HZV-Verfahren. Uns wurde immerhin eine Kostensenkung von 20 Prozent gegenüber der Hangsicherung mit Geotextilien angeboten. Die Geologen von ILG haben uns zudem von der technischen Machbarkeit des Verfahrens überzeugt. Das Bauprojekt selbst wurde zu unserer vollen Zufriedenheit abgeschlossen.“ Florian Schönberger, einer der beiden Geschäftsführer von Schönberger Bau, erläutert die technischen Vorteile und Umweltaspekte seines Konzepts der Hangsicherung im Einzelnen: „Die Kostenreduzierung erreichen wir durch den geringen Material- und Technikeinsatz sowie durch einen geringen Personal- und Zeitaufwand.“ Zudem wird laut dem Baupraktiker gegenüber einer Vernetzung mit Geotextilien, die nur punktuell mit Felsnägeln fixiert wird, eine tiefgründige Verfestigung des Hangkörpers erreicht: Die im Erdbeton enthaltene Zementsuspension verbindet die Stützscheiben flächenhaft und kraftschlüssig mit dem Untergrund. Außerdem entstehen bei diesem In-situ-Verfahren nahezu keine Massentransporte, sagt der Chef des Spezialtiefbau-Unternehmens und ergänzt: „Der fertige Erdbeton ist korrosions-, wasserfest und umweltneutral und die fertigen Hangflächen können mit einfachen Mitteln wieder begrünt werden – alles in allen eine ökonomisch wie ökologisch günstige Bauweise der Hangsicherung.“ Oliver Gast, Beratender Geologe und Geschäftsführer von ILG, hat das gesamte Bauvorhaben mit Interesse begleitet und kommentiert es so: „Besonders überzeugend ist aus unserer Sicht, dass für die gesamte Konstruktion ein statischer Nachweis geführt werden kann. Bei ähnlichen Randbedingungen und Bodenverhältnissen – etwa Lehm oder Lockergestein“, sagt der Diplom-Geologe, „kann das HZV-Verfahren auch anderswo eine gute Alternative darstellen.“ 

Quelle: Schönberger Bau GmbH