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Die Bohrarbeiten sollen Ende 2017 abgeschlossen werden.

Umbau der Battersea Power Station: Bauer führt Spezialtiefbauarbeiten in ehemaligem Londoner Kraftwerk aus

Die Battersea Power Station am südlichen Ufer der Themse im Londoner Stadtviertel Nine Elms wurde in den 1930er Jahren gebaut. Mit seinen vier Schornsteinen ist das ehemalige Kraftwerk eines der bekanntesten Wahrzeichen der britischen Hauptstadt, das auch in der Kultur seine Spuren hinterlassen hat: Auf dem Cover des Albums „Animals“ von Pink Floyd ist es ebenso zu sehen wie als Kulisse im Beatles-Film „Help!“ aus dem Jahr 1965.

Ungeachtet seines Kultstatus wurde das Kraftwerk bereits im Jahr 1983 stillgelegt. Seither blieb das Gebäude weitgehend ungenutzt, laut der Organisation English Heritage sei der Zustand des Bauwerks zuletzt „sehr schlecht“ gewesen. Trotz zahlreicher Pläne vieler verschiedener Besitzer nahm die Sanierung erst mit dem Kauf durch ein Malaysisches Konsortium und des Employees Provident Fund (EPF) konkret Gestalt an. 2013 schließlich begannen die Arbeiten für die Phase 1.

In der zweiten Phase entstehen aktuell durch den Umbau des Kraftwerks mehr als 46.452 m² Bürofläche, verteilt auf sechs Stockwerke in dem Bereich, wo sich früher einmal das Kesselhaus befand. BAUER Technologies Ltd. wurde im Januar 2016 mit den Gründungsarbeiten für Phase 2 beauftragt. Die englische Tochter der BAUER Spezialtiefbau GmbH führt dabei alle Arbeiten innerhalb der bestehenden Struktur des ehemaligen Kraftwerks aus, was einige größere Herausforderungen in Bezug auf den Baustellenzugang, den Arbeitsraum sowie die Durchfahrtshöhe mit sich bringt. Auch die zeitliche Planung und die Ausführung selbst seien davon betroffen, berichtet Projektdirektor Paul Doyle. So mussten vor Beginn der Spezialtiefbauarbeiten aus Sicherheitsgründen erst einmal diverse Altlasten, wie Asbest oder tierische Abfälle, aus den betroffenen Bereichen beseitigt werden. Vor Beginn der Hauptgewerke führte Bauer bereits diverse Vorarbeiten durch, etwa die Herstellung von Testpfählen und die Entfernung alter Gründungselemente sowie nicht mehr benötigter Pfähle. Letztere wiesen Durchmesser von 300 bis 900 mm auf und reichten in Tiefen von 12 bis über 30 m. Sie wurden auf herkömmliche Weise entfernt: Ein Bohrrohr wurde um den Pfahl herum in den Boden eingebracht und der Pfahl darin anschließend mittels Bohrer zerstört. Das entstandene Bohrloch wurde mit einem Beton mit geringer Festigkeit verfüllt, da im nächsten Schritt im gleichen Bereich ein Gründungspfahl hergestellt wird.

Nicht nur hinsichtlich der Platzverhältnisse, auch im Baugrund wartete eine einmalige Herausforderung.

Zu den Hauptarbeiten zählt auch die Herstellung zweier sehr großer überschnittener Pfahlwände innerhalb der ehemaligen Turbinenhallen – „alles andere als einfach“, wie Paul Doyle ausführt, „denn der Zugang und die Durchgangshöhe sind hier stark eingeschränkt.“ Über 500 überschnittene Pfähle (1.000 mm Durchmesser; bis 26 m tief) werden hier in den zwei Baugruben für das Kellergeschoß gebohrt.

Aufgrund der Platz- und Zugangsbeschränkungen ist über die gesamte Projektzeit ein hohes Maß an Koordination und Kooperation unabdingbar. „Die Zusammenarbeit mit Skanska – das Unternehmen managt und koordiniert alle Bauarbeiten der Phase 2 – und den anderen Auftragnehmern vor Ort erfolgt durch tägliche und wöchentliche Besprechungen. Nur so gelingt es, dass alle erfolgreich und sicher in den stark eingeschränkten Bereichen arbeiten können“, so Paul Doyle.

Zwei brandneue BAUER BG 39 Bohrgeräte, eine BG 40 und drei Seilbagger wurden für das Projekt per Tieflader angeliefert – kein leichtes Unterfangen bei zum Teil nur wenigen Millimetern Spielraum zwischen dem Fahrzeug und dem bestehenden Bauwerk. Die Masten der BGs wurden zusammen mit den Bohrwerkzeugen und der Kellystange auf separaten Tiefladern antransportiert und innerhalb des Gebäudes wieder zusammengebaut. 480 Stützpfähle mit Durchmessern von 750 bis 2.100 mm werden bis in 63 m Tiefe abgebohrt, außerdem 500 überschnittene Pfähle.

Unterhalb des ehemaligen Kraftwerks traf man auf eine tiefe und ungewöhnliche Auskolkung, d. h. ein wassergefüllter Hohlraum oberhalb des vorherrschenden Londoner Tons. Paul Doyle: „Normalerweise beginnt die Tonschicht in rund 7 m Tiefe, an dieser Stelle jedoch erst in 33 m. Innerhalb der Auskolkung befindet sich loser Schluff und sandiger Kies – beides weder stabil noch homogen. Dies macht die Herstellung der Pfähle außerordentlich schwierig, da für die Bohrung bis in 33 m Tiefe entweder eine sehr lange Verrohrung oder eine Stützflüssigkeit aus Bentonit zur Stabilisierung des Bohrlochs notwendig ist – oder beides.“

Die Bohrarbeiten sind aktuell voll im Gange, die Fertigstellung ist für Ende 2017 geplant. Das anspruchsvolle Projekt mit seinen Herausforderungen stellt durchweg höchste Ansprüche an die technische und planerische Kompetenz, aber auch an die Sicherheits- und Gesundheitsstandards vor Ort – kein Problem für die Mannschaft von Bauer Technologies. „Dies verdanken wir nicht zuletzt auch unserem hervorragenden Netzwerk innerhalb der BAUER Gruppe“, bekräftigt Paul Doyle. „Eine ausgezeichnete Planung erlaubt es uns, alle Maßnahmen reibungslos und in enger Abstimmung mit den anderen Auftragnehmern abzuwickeln“.

Quelle: BAUER Aktiengesellschaft

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