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Roland Hartwig, CEO der Schwarzmüller Gruppe und Herbert Schneeberger, Geschäftsführer von Benzberg geben Kooperation bekannt. Gehe zu Fotos
Roland Hartwig, CEO der Schwarzmüller Gruppe und Herbert Schneeberger, Geschäftsführer von Benzberg geben Kooperation bekannt.

Die Baufahrzeuge werden zum Zukunftssegment von Schwarzmüller

  • Erstmals TÜV-zertifizierte Thermomulde

  • Kooperation: Offroad-Mulde neu im Portfolio

  • Deutschland: zwei Drittel des Absatzes durch Baufahrzeuge

Zur weiteren Verbesserung des Angebots für die Bauwirtschaft startet die österreichische Schwarzmüller Gruppe eine Produktoffensive und geht eine enge Kooperation mit einem innovativen Fahrzeughersteller ein. Im Fokus stehen technische und technologische Neuerungen im Leichtbau, der Digitalisierung oder auch der Antriebstechnik. Das gab CEO Roland Hartwig heute, Dienstag, 9. April 2019, auf der internationalen Fachmesse für die Bauwirtschaft bauma in der Messe München bekannt.

Die von Schwarzmüller geplante Produktoffensive werde mit einer vom TÜV Süd zertifizierten Thermomulde eröffnet, die auf der bauma Premiere feiert. Hartwig erläuterte, dass zum ersten Mal überhaupt ein derartiges Fahrzeug ein TÜV-Qualitätssiegel vorweisen könne. Man habe sich dafür gegenüber dem TÜV zu strengen Regeln für den gesamten Herstellungsprozess verpflichtet. Im Gegenzug erhalte man die Bestätigung ein Fahrzeug ohne Wärmebrücke zu bauen, das die entsprechende DIN-Norm einhalte. „Wir gehen davon aus, dass diese Zertifizierung die Investitionsentscheidungen positiv unterstützt. Sie bietet die Sicherheit, dass die strengen Normen für die Anlieferung des Mischgutes zur Straßenbaustelle eingehalten werden“, betonte Hartwig.

Als weitere Entwicklungsprojekte nannte der CEO eine Kippmulde mit neuen digital gesteuerten Funktionen. Die Luftsteuerung, die Absenkvorrichtung und die Liftachse werden über iTAP gesteuert. Ausgeführt als Thermomulde verfügt das Fahrzeug über eine digitale Überwachung der Kerntemperatur, deren Verlauf umfassend über eine Ausleseeinheit dokumentiert und damit lückenlos nachgewiesen wird.

Weiters kommt ein neuer Baustoffsattel mit patentierter Ladungssicherung auf den Markt. Dabei wird ein neues, von Schwarzmüller entwickeltes System, flexibel nutzbarer Steckrungen verwendet.

Spezialist für schwere Offroad-Transporte

Die Schwarzmüller Gruppe wird eine enge Kooperation mit dem innovativen Fahrzeugbauer Benzberg mit Sitz in Schörfling am Attersee (Oberösterreich) eingehen. Das junge Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung von High-End-Baufahrzeugen mit Fokus auf schwere Offroad-Transporte. Sie zeichnen sich durch Robustheit sowie eine besondere Leistungsfähigkeit aus und steigern die Wirtschaftlichkeit. Damit decke sich die Vision von Benzberg exakt mit der seines Unternehmens, nämlich individuelle Fahrzeuge mit Mehrwertgarantie zu liefern, sagte CEO Hartwig. Im ersten Schritt werde Schwarzmüller die Benzberg Tridem, eine geländegängige Kippmulde mit Hangausgleich und Radantrieben, in sein Programm aufnehmen und damit die Bandbreite seiner Fahrzeugpalette für den Bau nochmals erweitern.

Der Gründer und Geschäftsführer von Benzberg, Herbert Schneeberger sieht die Potenziale für die Fahrzeuge der Zukunft im Chassis unter dem Aufbau. Er habe in seinem Unternehmen modulare Systeme für Lenkung und Antrieb entwickelt, die zahllose Konfigurationen möglich machen. Auch ganz individuelle Anforderungen können durch spezielle technische Lösungen jenseits des Modulsystems erfüllt werden. Bis zu acht Achsen würden sich derzeit problemlos und sehr variabel aneinander koppeln lassen. Radantriebssysteme bis 120 Kilowatt oder

Hangausgleich bis zu 50 Zentimeter seien weitere Eigenschaften, die Benzberg Fahrzeuge auszeichne. Darüber hinaus habe er Überwachungssysteme entwickelt, die in Echtzeit Informationen über das Fahrzeug liefern und deren Steuerung zulassen. Angewandte Forschung aus den eigenen Werkstätten und Labors, zum Beispiel über Werkstoffe, Lenkung von mehreren Achsen oder Radantriebe, liefern jeweils die Grundlagen für die technischen Entwicklungen.

Die Zusammenarbeit mit Schwarzmüller sei eine Win-win-Situation. Benzberg könne seine Expertise in der Fahrzeugentwicklung einbringen und erweitere nochmals die technischen Möglichkeiten, die Schwarzmüller seinen Kunden zur Verfügung stellen könne. Schwarzmüller eröffne internationalen Marktzugang und biete alle Möglichkeiten für die Industrialisierung von Neuentwicklungen.Hochwertige Baufahrzeuge wie diese Stahlmulde von Schwarzmüller sind stark nachgefragt.

Value-Management für jeden Kunden

Schwarzmüller habe für seine Baufahrzeuge ein Modulsystem zur Steigerung der Wertschöpfung entwickelt, stellte Hartwig fest. Nicht der vom Hersteller vorkonfigurierte Kipper aus der Massenproduktion bestimme die Leistungsfähigkeit, sondern die konkrete Anforderung im individuellen Einsatzbereiches der Kunden. „Bei Schwarzmüller bestimmt der Kunde, was das Fahrzeug können muss“, so der CEO. In der Beratung wird die Zielkonfiguration nach fünf Dimensionen festgelegt.

So gibt es zum Beispiel für unterschiedliches Transportgut zwölf verschiedene Mulden-Typen. Die Bandbreite reicht von der Voll-Alu-Mulde ab drei Tonnen für Sand bis zur Hardox-Stahl-Mulde ab acht Tonnen für hartkantige Bruchsteine. On top werden die Mulden auch wasserdicht geliefert, um Klärschlamm oder Getreide transportieren zu können. Das Fahrgestell kann je nach Untergrund an verschiedene Einsatzumgebungen angepasst werden: In der Kategorie weich/schlammig/lose empfiehlt sich ein 2-Achs-Kipper hinter einem 3-Achs-Allrad-LKW. Auf Schotter oder befestigten Straßen sind andere Varianten leistungsfähiger. Die neue Mulde von Benzberg eignet sich für den Transport über Wiesen als Anhänger an einen Traktor.

Bei der Be- und Entladung kann das Ladegut in offenem Gelände abgekippt oder in einem Innenraum abgeschoben werden. Die hohe Kippstabilität der Schwarzmüller Fahrzeuge kann durch die Oberfläche der Mulde weiter verbessert werden. Die Innenauskleidung erlaubt ein rasches und gleichmäßiges Abkippen und verhindert das abrupte Abrutschen von haftendem Transportgut, das den Kipper aus dem Gleichgewicht bringen kann. Der Fahrer wird durch Bedienerfreundlichkeit und ergonomisches Handling, automatisierte Funktionen oder Steuerung über digitale Devices unterstützt. Hartwig nannte als Beispiele elektronisch gesteuerte Fahrwerke, lastenabhängige Hebeachsen, elektronisches Stabilitätsprogramm oder elektrische Schiebeverdecke mit Fernbedienungsfunktion.

Zu den Umweltkriterien, die Schwarzmüller Fahrzeuge erfüllen, zählen die CO2-Einsparungen durch Schiebeverdecke, Hebeachsen oder Leichtbau, aber auch die wasserdichte Ausführung der Mulden, um Ladegut wie Klärschlamm gefahrlos für die Umwelt transportieren zu können.

Aus der Kombination der fünf Dimensionen des Value Management entsteht die Konfiguration des Fahrzeuges, das letztendlich sogar nach individuellen Maßen gefertigt werden kann. Die tausenden Kunden, die mit Schwarzmüller Baufahrzeugen ihren Umsatz machen, würden unter ganz verschiedenen Bedingungen arbeiten. Entsprechend regiere bei Schwarzmüller nicht die Uniformität, sondern die Individualität zur Nutzenoptimierung. Dieses Value Management sei ein USP der Schwarzmüller Gruppe, den man in Zukunft noch viel stärker am Markt ausspielen werde, kündigte Hartwig an.

Absatz von Baufahrzeugen um 137 Prozent gewachsen

Gestützt auf eine robuste internationale Baukonjunktur sind die Baufahrzeuge seit 2013 zum Treiber des Wachstums der Schwarzmüller Gruppe geworden. Im Jahr 2012 fertigte Schwarzmüller 1.767 Stück, 2018 waren es um 137 Prozent mehr (4.188 Stück). Der Anteil an der Gesamtproduktion ist ebenfalls sehr stark

gestiegen, und zwar von 29 Prozent im Jahr 2012 auf 45 Prozent in 2018. Hartwig rechnet damit, dass diese Kennzahl in wenigen Jahren auf mehr als 50 Prozent steigen wird. Diese Entwicklung sei auch strategisch so angestrebt worden, weil Schwarzmüller seine technischen Kompetenzen bei komplexen Baufahrzeugen optimal umsetzen könne.

Zum größten Einzelmarkt für Baufahrzeuge ist innerhalb weniger Jahre Deutschland geworden. Hier machen Baufahrzeuge sogar zwei Drittel des Absatzes aus. 2018 lag die Zahl bei 1.760 Fahrzeugen, 2012 beim Start des aktuellen Wachstumskurses waren es nur 560. Das ist eine Steigerung von 214 Prozent und liegt deutlich über der allgemeinen Steigerungsrate von 137 Prozent. Weitere wichtige Märkte für diese Fahrzeuggruppe sind Österreich, die Schweiz, Polen und Slowenien.

Maßfertigung in Standard-Lieferzeit

Der größte Produktionsstandort für Baufahrzeuge ist Žebrák in Tschechien, wo im abgelaufenen Jahr 1.600 Stahlkipper – das ist das wichtigste Produkt – hergestellt wurden. Auch in Österreich werden Sonderfahrzeuge für die Bauwirtschaft gefertigt, aus dem Werk in Ungarn stammen die Kipper aus Aluminium. In allen drei Werken wurde die Kapazität für die Erzeugung von Baufahrzeugen durch eine völlig neue Produktionsweise erhöht. Schwarzmüller fertigt jetzt einheitlich in Fließproduktion und optimiert seine Produktionslinien durch eine computergesteuerte Reihung der Fahrzeuge. Damit habe man unter anderem erreicht, dass die häufig maßgefertigten Fahrzeuge in der Zeit eines Standardfahrzeuges geliefert werden können, sagte Hartwig. Die aktuelle Liefertermintreue liegt bei mehr als 90 Prozent.

Ausblick 2019: Weitere Steigerung geplant

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Im laufenden Jahr plant die Schwarzmüller Gruppe eine Produktion von 9.900 Fahrzeugen. Davon sind 4.900 Stück im Bausegment geplant (2018: 4.188 Fahrzeuge, plus 17 Prozent) und damit könnte dieser Bereich erstmals den 50-Prozent-Anteil an der gesamten Fahrzeugproduktion übersteigen. Nicht zuletzt werde die bauma dazu wieder einen starken Impuls auslösen. Aber auch vom neuen Standort im fränkischen Eltmann erwarte man bereits 2019 positive Effekte. Dorthin werden die in Tschechien und Österreich erzeugten Fahrzeuge zur Abholung durch die deutschen Kunden überstellt. Dieser Standort bietet mittlerweile die gesamte Bandbreite der Schwarzmüller Services von der Werkstätte bis zu Mietfahrzeugen.

Quelle: Prock und Prock Marktkommunikation GmbH

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